29.3. | Elle

18.00/20.30

elleDie Endfünfzigerin Michele (Isabelle Huppert) wirkt wie eine Frau, der nichts und niemand etwas anhaben kann. Ihre Firma für Videospiele führt sie mit der gleichen Unnahbarkeit und Präzision wie ihr Liebesleben. Auch als sie eines Tages in ihrem Haus von einem Unbekannten überfallen und vergewaltigt wird, scheint sie das zunächst kalt zu lassen. Trotzdem ist ihr Leben natürlich über Nacht ein völlig anderes geworden. Ihre Reaktion auf die Gewalttat fällt jedoch überraschend aus. Keine Polizei, keine Anzeige. Stattdessen verfolgt sie auf eigene Faust die Spur ihres Peinigers und findet ihn auch. Ein gefährliches Spiel aus Rache, aber auch Neugier und Anziehung beginnt, ein Spiel, das jederzeit außer Kontrolle geraten kann. Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven legt mit „Elle“ einen Rape-Revenge-Thriller vor, der provokant mit Opfer- und Täterrollen spielt, trotz des Themas erstaunlich humorvoll ist und auf jegliche Moralisierung verzichtet. Und die Hauptdarstellerin Isabelle Huppert ist es, die diesen Film zusammenhält und ihrer vielschichtigen Rolle eine absolute Glaubwürdigkeit verleiht.

Frankreich 2016, Regie: Paul Verhoeven, Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny, ab 16, 130 min

22.3. | Eat that Question – Frank Zappa

18.00/20.30

thWer war der Mann mit dem markanten Bart, der als Musikgenie und provokanter Oberfreak in die Rockgeschichte einging? „Always a freak, never a hippie“, das war zeitlebens Frank Zappas Wahlspruch. Mit Ausnahme von Kaffee und Zigaretten gab es bei ihm keinen Platz für Drogen und so verrückt Zappa und seine Mothers of Invention auch nach außen wirkten, so diszipliniert arbeiteten sie in Wirklichkeit. Der Dokumentarfilmer Thorsten schütte hat über den Musiker und Gesellschaftskritiker Zappa in achtjähriger Arbeit Bekanntes und Entlegenes zusammengetragen, Interviews und Fernsehauftritte, Konzertaufnahmen und privates Material. Schütte widmet sich der ganzen Bandbreite von Zappas Schaffen, vom bizarren Rocksong über Free Jazz-Improvisationen bis hin zum Tango. Annähernd chronologisch aufbereitet entsteht so ein vielschichtiges Portrait des Musikers – bis hin zu einem skurrilen frühen TV-Auftritt, noch ohne Bart, dafür mit Anzug und Krawatte !

Deutschland/Frankreich 2016, Regie: Thorsten Schütte, Dokumentation,

90 min

15.3. | The Salesman

18.00/20.30

salesmanDer in Teheran lebende Lehrer Emad (Shabab Hosseini) und seine Frau Rana (Taraneh Abidoosti) sind liberal und überaus kulturinteressiert. So studieren sie zusammen in ihrer Laientheatergruppe Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ ein. Als sie aus ihrem baufälligen Haus ausziehen und eine neue Wohnung beziehen müssen, beginnen die Schwierigkeiten. Die frühere Mieterin erweist sich als Prostituierte und eines Abends wird Rana in ihrer Wohnung überfallen und verletzt. Obwohl völlig verängstigt, will sie auf keinen Fall die Polizei einschalten. Ihr Mann hingegen, anstatt seiner Frau seelischen Beistand zu leisten, sinnt auf Rache gegen den Einbrecher und setzt alles daran, ihn zu finden. Die Beziehung der beiden bekommt alsbald so tiefe Risse wie das Haus, aus dem sie ausgezogen sind. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ist für seine präzise beobachteten Beziehungsstudien bekannt („Nader und Simin“). So auch hier. Er seziert geradezu die zerbröckelnde Ehe. Außerdem verknüpft er die Tragödie der Eheleute mit dem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“, das von einer Lebenslüge handelt, die über die Jahre eine Familie zerstört. Die Verbindung gelang ihm so gut, dass „The Salesman“ beim letztjährigen Filmfestival in Cannes mehrfach ausgezeichnet wurde.

Iran/Frankreich 2016, Regie: Asghar Farhadi, Darsteller: Shabab Hosseini, Taraneh Abidoosti, ab 12, 125 min

Di. 14.03. | CAPITAL C

Hinweis auf eine Kooperation:

DIENSTAG, 14. MÄRZ 2017, 18 UHR

SCHOTTERWEG Crowdfunding in Bremerhaven zeigt:

CAPITAL C

Ein Dokumentarfilm von Timon Birkhofer und Jørg M. Kundinger

capital cCAPITAL C folgt drei Kreativen, die sich aufmachen, ihr Leben durch die Crowd für immer zu verändern. Neben den drei Protagonisten kommen weitere Crowdfunder, Insider und Experten wie Scott Thomas (Design Director der Obama-Wahlkampfkampagne), Seth Godin (Bestseller-Autor), Denis Bartelt (CEO Startnext) und Sascha Lobo (Blogger, Buchautor, Journalist) zu Wort, um Chancen und Gefahren in der Arbeit mit der Crowd einzuschätzen und um aufzuzeigen, wie diese im Begriff ist, unsere Welt maßgeblich und für immer zu verändern.

90 Minuten, OmU (dt. Untertitel)

Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch.

Veranstalter: BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH mit Unterstützung durch die BAB Förderbank
und in Kooperation mit dem Kommunalen Kino Bremerhaven e.V.

8.3. | Einfach das Ende der Welt

18.00/20.30

EEW.PL_A3_RZ.inddNach über zwölf Jahren kehrt der 34-jährige Louis erstmals nach Hause zurück und versetzt seine Familie damit in helle Aufregung. Doch die anfängliche Freude über die Heimkehr des verlorenen Sohnes schlägt schnell um. Alte Wunden brechen auf und erhitzen die Gemüter. Und dabei ist Louis aus einem ganz bestimmten Grund zurückgekehrt. Sterbenskrank hat er nur noch kurze Zeit zu leben und will sich seiner Familie darüber offenbaren. Wird ihm das gelingen? Der Film des kanadischen Regisseurs Xavier Dolan basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Franzosen Jean-Luc Lagarce aus dem Jahre 1990. Nolan, bekannt für seine unkonventionellen Inszenierungen, setzt hier auf ein einziges Stilmittel: Nahaufnahmen. Gemeinsam sind die Schauspieler so gut wie nie im Bild zu sehen. Auch in längeren Dialogen wechseln sich meist nur die Nahaufnahmen der gerade Sprechenden ab. Dadurch wird deutlich: Es kann noch so viel und emotional geredet werden, eine zwischenmenschliche Verbindung kommt nicht zustande. Das Ungesagte tritt neben das Gesagte, bis es alle Gespräche dominiert. Die Spannung, die Nolan dadurch erzeugt, könnte größer nicht sein.

Kanada/Frankreich 2016, Regie: Xavier Noland, Darsteller: Gaspard Ulliel, Marion Cotillard, Lea Sedoux, Vincent Cassel, Nathalie Baye, ab 12,
97 min

1.3. | Paula – Mein Leben soll ein Fest sein

18.00/20.30

Im Rahmen der Literarischen Wochen 2017:

Einführung von Esther Lindenau, Kommunales Kino Bremerhaven e. V., um 18:00 Uhr

paulaWorpswede im Jahre 1900: Die 24-jährige Paula Becker macht sich auf den Weg von Bremen ins Teufelsmoor, in die Künstlerkolonie Worpswede, und lernt dort den Maler Otto Modersohn kennen. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Malerei wird Liebe. Die beiden heiraten und führen eine Ehe fern ab der seinerzeit herrschenden gesellschaftlichen Konventionen. Gegen alle Widerstände lebt Paula ihre Vision von künstlerischer Selbstverwirklichung ebenso wie ihre romantische Vorstellung von Ehe und Liebe. Aber das gemeinsame Glück währt nur einige Jahre. 1907, im Alter von nur 31 Jahren, stirbt Paula Modersohn-Becker in Paris. Jedoch, wie sie selbst Jahre zuvor sagte: „Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist ein Fest schöner, weil es länger ist? Und mein Leben ist ein Fest, ein kurzes, intensives Fest.“ An Original-Schauplätzen gedreht, erzählt der Regisseur Christian Schwochow aus dem Leben einer hochbegabten und radikal modernen Künstlerin, die in die Kunstgeschichte eingehen sollte.

Deutschland/Frankreich 2016, Regie: Christian Schwochow, Darsteller: Carla Juri, Albrecht Schuch, Roxanne Duran, Joel Basman, ab 12, 123 min