16.10. | Prélude

18.00 / 20.30

Ehrgeizig, das ist er. Der junge David (Louis Hofmann), der aus seinem behüteten Nest in die große Stadt zieht. Allen will er beweisen, dass er der Beste am Klavier ist, dass er dem Drill an der Musikhochschule standhalten kann. Doch seine naive Euphorie verflüchtigt sich rasch und weicht immer stärker zunehmenden Selbstzweifeln. Kampfgeist kann man ihm nicht absprechen. Mit geradezu militärischer Disziplin verlangt er seinen Fingern und seinem Körper das Äußerste ab. Für seine empfindsame Seele jedoch sind diese Anstrengungen zu viel. Da hilft auch die erste Liebe nicht, die er dazu noch mit seinem Kommilitonen Walter (Johannes Nussbaum) teilen muss. Beide verlieben sich in die Sängerin Marie (Liv Lisa Fries). Immer wieder erscheint sie an der Seite der jungen Männer, bald weiß man nicht mehr so recht: Ist sie real? Oder doch nur eine Vorstellung? Die Regisseurin Sabrina Sarabi ist mit ihrem Spielfilm-Debüt ganz nah dran an der Wirklichkeit. Mit drastischen Bildern schildert sie den ständigen Leistungsdruck und Konkurrenzkampf an der Musikhochschule, die namenlos bleibt und beispielhaft auch für alle anderen steht. Mit schnellen Kamerawechseln und grellen Lichteinstellungen wird der Film immer mehr zum Psychothriller. Und dann ist „Prélude“ eben auch ein Coming-of-Age-Drama, das die großen Sinnfragen des Erwachsenwerdens stellt. Was will ich? Und wieviel ist es mir wert, meinen Traum zu leben? Sabrina Sarabi stellt diese Fragen ganz zurückhaltend und unschuldig und gerade das macht diesen Film so sehenswert.

Deutschland 2019, Regie: Sabrina Sarabi, Darsteller: Louis Hofmann, Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, ab 12, 95 min