21.10. | Monos – Zwischen Himmel und Hölle

18.00/20.30

Acht streunende Jugendliche auf einem abgelegenen Hügel; später werden sie gezwungen sein, sich tief in den Urwald zurückzuziehen. Die Jungen und Mädchen bilden eine paramilitärische Gruppe und ihre Aufgabe besteht darin, eine US-amerikanische Geisel, nur die Doctora genannt, zu bewachen. In welchem Land sich das ganze abspielt, wird, sehr bewusst, im unklaren gelassen. Es könnte Kolumbien sein, der Regisseur von „Monos“ ist Kolumbianer. Letztlich ist das nicht von Bedeutung, auch nicht, dass die Geisel aus den USA stammt. Dem Regisseur Alejandro Landes kommt es auf grundsätzliches an. Wie verhält sich eine Gruppe von Menschen, auf sich allein gestellt, in isolierter Lage? Welche Hierarchien entwickeln sich, warum kommt es zu Machtproben, die sich irgendwann in blutigen, gar tödlichen Hoheitskämpfen entladen? Im Kino gibt es Darstellungen derartiger Konflikte häufiger und es sind Klassiker der Filmgeschichte dabei herausgekommen. Die Verfilmung des Romans „Herr der Fliegen“ von William Golding ist so einer und Regisseur Landes weicht derartigen Vergleichen keineswegs aus, er fordert sie vielmehr geradezu heraus. Trotzdem ist „Monos“ kein billiger zweiter Aufguss. Beeindruckend erzählt der flirrende, verschwitzte Film vom Rausch der Gewalt, der Angst und der Paranoia. Am Anfang sieht man noch eine Art extremes Pfadfinderlager, bald jedoch zieht Landes die Schraube an und am Ende gehen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig an die Gurgel. Ein beeindruckender und verstörender Film über die im Menschen schlummernde Brutalität, die sich in Extremsituationen Bahn brechen kann.

Kolumbien 2020, Regie: Alejandro Landes, Darsteller: Julianne Nicholson, Moises Arias, Sofia Buenaventura, ab 16, 103 min