25.3. | Jojo Rabbit

18.00/20.30
Die Frage, ob man im Kino über Adolf Hitler lachen dürfe oder nicht, ist so alt wie die Meisterwerke „Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch oder „Der große Diktator“ von Charles Chaplin. Der neuseeländische Regisseur Taika Waititi sagt dazu ganz eindeutig: Ja, darf man ! Mit „Jojo Rabbit“ bietet er eine herzzerreißende wie unterhaltsame Mischung aus krachlederner Komödie und dunkler Tragödie, gewürzt mit jeder Menge subversivem Humor. Johannes Betzler, genannt Jojo (Roman Griffin Davies) ist zehn Jahre alt und in der Hitlerjugend begeistert bei der Sache. Aber Jojo ist von schmächtiger Statur und nicht gerade der Mutigste, also wird er als „Angsthase“ gehänselt – „Jojo Rabbit“. So erschafft sich der Junge einen imaginären Freund und zwar Adolf Hitler höchstpersönlich. Dieser Ersatzvater erklärt ihm die Welt des Nationalsozialismus und steht ihm in allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite (den oft in Slapstickmanier daher kommenden „Führer“ spielt der Regisseur Waititi selbst). Da macht Jojo eine Entdeckung. In der Mansarde des elterlichen Hauses versteckt seine Mutter (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen. Das wirft den Jungen erst einmal aus der Bahn. Als guter Hitlerjunge müsste er eigentlich beide anzeigen. Seine Mutter macht ihm jedoch immer wieder klar, dass Mitgefühl und Menschlichkeit wichtiger sind als jede Ideologie. Eine wahrhaft immergrüne Botschaft.

USA 2019, Regie: Taika Waititi, Darsteller: Roman Griffin Davies, Scarlett Johansson, Taika Waititi, ab 12, 108 min