29.11. | Franky Five Star

18.00/20.30

Franky (Lena Urzendowsky) heißt eigentlich Elena, damit fängt es schon an. Elena, also Franky, hat einige Bekannte in einem ziemlich heruntergekommenen Hotel: Lenny (Cito Andresen), das verspielte Kind, das monströs-verführerische Zimmermädchen Ella (Sophie Killer), den kapitalismuskritischen Pagen Frank (Sven Hönig) und nicht zu vergessen Frau Franke (Gerti Drassl), die von der Rezeption aus für Ordnung sorgt. Franky hat auch eine Mitbewohnerin Katja (Meryem Ebru Öz), die hat einen Freund, Hasi (Cino Djavid) – die beiden letzten sind echt. Die anderen existieren nur in ihrem Kopf. Die Regisseurin Birgit Möller führt uns ein in Frankys Welt, mit skurrilen Figuren wie aus einem Aki Kaurismäki-Film in Farben wie von Wes Anderson. Möller katapultiert den Zuschauer hinein in das Chaos rund um Franky und das Umschalten zwischen ihren beiden Welten, der wirklichen und der erdachten, funktioniert richtig gut. Erfrischend und ungewöhnlich kommt „Franky Five Star“ daher, als Beziehungskomödie der anderen Art, als Psychodrama der komischen Art. Wie das bizarre Durcheinander aus Frankys Hotel in ihr Wesen herüberschwappt, geradezu in sie fährt, das spielt Lena Urzendowsky hervorragend gut – ein Kampf der Gefühle und des Denkens, den sie in perfekter Balance rüberbringt. Und wenn dann doch irgendwann die Bombe platzt in Frankys zweigeteiltem Leben, ist zuerst einmal das Chaos perfekt, aber aus den Trümmern kann auch etwas Neues entstehen. Birgit Möller ist ein sehr origineller Film über Realität und imaginäre Freunde – besser Durcheinanderbringer – gelungen. Das geht bis zur Musik, zum „Larifari“-Chanson von Hildegard Knef, hier vorgetragen in einer sehr speziellen finnischen Fassung…

Deutschland 2023, Regie: Birgit Möller, Darsteller: Lena Urzendowsky, Meryem Ebru Öz, Cino Djavid, Sven Hönig, ohne Altersangabe, 114 min