28.10. | Die Kordillere der Träume

18.00/20.30

Am Anfang sieht es auch bei „Die Kordillere der Träume“ so aus, als würde sich der Regisseur Patricio Guzman der Faszination der Berge ergeben, wenn er sich mit der zentralen Andenkette beschäftigt, die einen Großteil der Landschaft Chiles bestimmt. Dem Südamerikaner geht es jedoch um viel mehr. Als 1973 das Militär putschte und eine Diktatur errichtete, war Guzman eines der vielen Opfer, wurde verhaftet, gefoltert, floh schließlich ins Ausland. Diese Vergangenheit seines Landes bestimmt große Teile seiner Dokumentation. Guzman erzählt aber auch über das Chile von heute, er zeigt die bizarren Auswüchse eines kapitalistischen, neoliberalen Systems, das wenigen großen Reichtum einbringt, während der Hauptteil der Bevölkerung in Armut lebt. Der Dokumentarfilm, der bei den Filmfestspielen von Cannes 2019 Premiere hatte, verknüpft immer wieder das Mystische der beeindruckenden Landschaft mit den realen Geschehnissen, verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. „Die Kordillere der Träume“ nimmt den Zuschauer mit nach Chile, wo das Andengebirge Symbol des Landes ist und gleichzeitig Erinnerung an die Geschichte, erschreckend und sehnsuchtsvoll gleichermaßen.

Chile 2019, Regie: Patricio Guzman, Dokumentarfilm, ab 6, 85 min