4.11. | Der Fall Richard Jewell

18.00/20.30

„Da ist eine Bombe im Centennial Park. Ihr habt noch 30 Minuten!“. Mit diesen Worten alarmiert Wachmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser) die Behörden, als er am Rande der Olympischen Spiele von Atlanta 1996 eine Bombe findet. Er wird als Held gefeiert, doch bald dreht sich der Wind – er hat so gar nichts Heldenhaftes an sich. Jewell ist von korpulenter Gestalt, der 33-jährige lebt noch bei seiner Mutter Bobi (Kathy Bates). Vor allem aber ist es die übertriebene Bedeutung, die er seiner Arbeit als Sicherheitsmann beimisst, die ihn für andere zur Witzfigur macht und das FBI an ihm zweifeln lässt. Die Beamten verdächtigen ihn schließlich, die Bombe selbst gelegt zu haben, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein gefundenes Fressen für die sensationslüsternen Medien, die sein Leben in kürzester Zeit zur Hölle machen. Nur noch sein Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell) glaubt ihm noch. Trotzdem hört der von allen Verfolgte nicht auf, an das Gute im System zu glauben, selbst wenn dessen Vertreter in sein Haus eindringen und ihn seiner Grundrechte berauben. Nach wahren Begebenheiten erzählt Regisseur Clint Eastwood seine Geschichte in gewohnt zurückhaltender und präziser Form. Es ist die Geschichte eines Mannes, der vollkommen unbescholten in die Mühlen von Regierungsinstitutionen und Medien gerät. Dass Richard Jewell sich überhaupt aus dieser Situation befreien konnte, ist nur glücklichen Umständen und seinem Anwalt Watson Bryant zu verdanken. Dieser wackere Vertreter seiner Zunft hätte es heute im Zeitalter der Lautsprecherfunktion der „sozialen“ Medien noch ungleich schwerer…

USA 2020, Regie: Clint Eastwood, Darsteller: Paul Walter Hauser, Kathy Bates, Sam Rockwell, ab 12, 129 min