14.10. | Waves

18.00/20.30

Dem 17-jährigen Tyler scheint das Leben zu Füßen zu liegen. Er ist ein erfolgreicher Ringer, ein Stipendium und das College winken. Die Familie lebt komfortabel und doch lastet ein Druck auf dieser amerikanischen Mittelklasse-Existenz. Tylers Vater formuliert das so: „Die Welt interessiert sich einen Scheißdreck für dich oder für mich. Wir können uns den Luxus, mittelmäßig zu sein, nicht leisten.“ Und so lebt Tyler mit dem Sport und für den Sport. Nach dem Training übt er weiter mit seinem Vater. Der treibt ihn an mit den Worten: „Ich pushe dich nicht, weil ich es möchte, ich pushe dich, weil ich es muss“, in dem Bewusstsein, dass man gut , dass man besser ist, dass man nichts geschenkt bekommt und trotzdem alles verdient hat. Dann erschüttert eine Gewaltexplosion das Leben der Familie. Eine Geschichte endet, eine neue beginnt. Und damit die zweite Hälfte von „Waves“, erzählt aus der Perspektive von Tylers Schwester Emily. Wir verfolgen ihre erste vorsichtige Kontaktaufnahme zu ihrem Mitschüler Luke. Der Film des Regisseurs Trey Edwards Shults wird geprägt von Stimmungen und Atmosphären ; von Miamis Palmenstränden geht es in die Sümpfe Floridas, wo Emily mit Luke Kajak fährt, schwimmt und Tiere beobachtet – und sich darüber klar werden muss, was sie vom Leben eigentlich will „Alles, was wir haben, ist Liebe. Alles, was wir haben, ist jetzt“, sagt Emilys Vater einmal zu seiner Tochter. Das klingt nun ganz anders als früher, als er seinen Sohn zu sportlichen Höchstleistungen treiben wollte. „Waves“ erzählt von diesem zerbrechlichen, bedrohten, bedrohlichen, aber auch immer wieder wunderschönen „Jetzt“ des Lebens.

USA 2019, Regie: Trey Edwards Shults, Darsteller: Kelvin Harrisson Jr., Taylor Russell, Alexa Demie, ab 12, 137 min