11.2. | Ein einfacher Unfall

18.00/20.30

Der Iraner Eqbal (Ebrahim Azizi) ist nachts mit seiner Frau und seiner Tochter mit dem Auto unterwegs. Nach dem Zusammenprall mit einem Hund muss er eine nahe gelegene Werkstatt aufsuchen. Der Mechaniker Vahid (Vahid Mobasseri) glaubt in ihm den Mann wiederzuerkennen, der ihn einst im Gefängnis gefoltert hat. Von Rachegefühlen getrieben entführt er seinen vermeintlichen Peiniger. Als der seine Unschuld beteuert, kontaktiert Vahid mehrere andere Opfer Eqbals, die ihm helfen sollen, seinen Verdacht zu bestätigen. Der Regisseur Jafar Panahi, selbst seit vielen Jahren durch das iranische Regime verfolgt, verarbeitet in seinem Film eigene Erlebnisse zu einer Parabel über oppositionelle Strömungen und ihren Umgang mit dem Terror der Staatsgewalt. Es geht um Schuld und Sühne und die Frage, ob man aus Rache töten oder doch Gnade walten lassen sollte. Panahi zeichnet zudem ein komplexes Bild der iranischen Gesellschaft. Er zeigt Frauen, die ohne Kopftuch durch die Straßen laufen und es dann doch schnell zur Hand haben, wenn Obrigkeiten im Anmarsch sind. Wenn sich dann die gleichen Obrigkeiten durch ein angemessenes Bakschisch besänftigen lassen und bei fehlendem Bargeld auch gerne mit Kartenzahlung einverstanden sind, wird der spannungsreiche Thriller zum absurden Theater. Mit dieser filmischen Abrechnung mit dem Mullah-Regime gewann Panahi im letzten Frühjahr die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes und ist außerdem Frankreichs Kandidat für die anstehende Oscar-Verleihung.

Iran/Frankreich 2025, Regie: Jafar Panahi, Darsteller: Vahid Mobasseri, Ebrahim Azizi, Mariam Afshari, ab 16, 105 min

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