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Das Koki-Team wünscht allen Filmbegeisterten gute Unterhaltung.
Beide Vorstellungen werden in der niederländisch/französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Der belgische Coming of Age-Film begleitet über einen Sommer hinweg Malou (15). Malou verbringt die meiste Zeit im Ruderverein und gehört dort zu den talentiertesten Mitgliedern. Trotzdem ist Malou hier immer wieder dem Mobbing anderer Mitglieder ausgesetzt, denn Malou kann mit märchenhaften Geschlechterrollen wenig anfangen und orientiert sich viel lieber an den älteren Brüdern, die Malou Halt geben. Als Malous Bruder Max eine Beziehung mit Nouria beginnt, fühlt sich auch Malou zu Nouria hingezogen. Das führt nicht nur zu Konflikten innerhalb der Familie, sondern auch Malou selbst beginnt, sich zunehmend mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen.
Belgien 2025, Regie: Cecilia Verheyden, Darsteller: Femke Vanhove, Lina Miftan, Wout Vleugels, ab 12, 106 min
Danny (Eddie Waller) ist ein garstiger Junge. In der englischen Privatschule, die er besucht, macht er jedem die Hölle heiß, seinen Mitschülern und vor allem seiner Lehrerin Maria Spencer (Saoirse Ronan). Das zeigt sich gleich zu Beginn des Films, als er bei einem Schulausflug in einer Mosterei mit voller Absicht seinen Schuh in die Apfelpresse wirft (mit katastrophalen Folgen für die Anlage). Auch den Unterricht stört er ohne Unterlass und auf seine Mitschülerin Pauline (Nia Brown) hat er es besonders abgesehen. Da greift die verzweifelte Miss Spencer zum äußersten Mittel: Sie entführt Danny und sperrt den kleinen Satansbraten in ihren Keller. Doch die nun einkehrende schulische Ruhe ist trügerisch und nur von kurzer Dauer… Der Film des schwedischen Regisseurs Jonatan Etzler basiert auf dem Roman „De Oonsade“ von Rasmus Lindgren und ist sein englischsprachiges Debüt. Eine typisch britische, tiefschwarze Komödie mit makabrem Charme.
Großbritannien 2025, Regie: Jonatan Etzler, Darsteller: Saoirse Ronan, Eddie Waller, Nia Brown, ab 16, 100 min
Sondervorstellung im Rahmen desTages des Audiovisuellen Erbes
Der Gastwirt Mathias Kohlhiesel will seine zwei ungleichen Töchter verheiraten – die kratzbürstige Liesl und die adrette Gretl (beide gespielt von Henny Porten). Xaver (Emil Jannings) und Seppl (Gustav von Wangenheim) bemühen sich beide um Gretl, doch Vater Kohlhiesel will erst seine ältere Tochter unter die Haube bringen. Draufgänger Xaver heiratet Liesl – anfangs nur um an Gretl zu gelangen, doch im Zuge seiner ebenso außergewöhnlichen wie erfolgreichen „Umerziehungsmaßnahmen“ verliebt er sich in sie. Verfilmung des gleichnamigen Bauernschwanks von Hans Kraly als deutsche Variante des Shakespeare-Klassikers „Der Widerspenstigen Zähmung“.
Deutschland 1920, Regie: Ernst Lubitsch, Darsteller: Henny Porten, Emil Jannings, Gustav von Wangenheim, 66 min
Stummfilm mit Musikbegleitung, eingespielt von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker
Die junge koreanisch-deutsche Staatsanwältin Sevo Kim (Chen Emilie Yan) ist voller Ideale und Ambitionen nach Ostdeutschland gekommen und will dort rechter Gewalt mit Hilfe des Gesetzes entgegentreten. Als sie selbst Opfer eines rassistischen Anschlags wird, spielt ihre Behörde in Gestalt des Oberstaatsanwalts Forch (Arnd Klawitter) den Vorfall öffentlich herunter. Daraufhin beginnt Sevo auf eigene Faust zu ermitteln und nimmt es als Staatsanwältin mit einem ganzen System auf. Der Regisseur Faraz Shariat macht es sich dabei nicht leicht, Sevo ist eine widersprüchliche Figur. Um ihr Ziel zu erreichen, scheut sie keine Mittel, wandelt zwischen persönlichem Rachefeldzug und Robin Hood-Attitüde. Ein rasanter Thriller und ein beklemmendes Justizdrama zugleich, eine erschreckend realistische Fiktion über die Verharmlosung rechter Gewalt. Und „Staatsschutz“ stellt die grundsätzliche politische Frage, was Demokratie leisten kann und leisten muss.
Deutschland 2026, Regie: Faraz Shariat, Darsteller: Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, ab 16, 113 min
Als Einstimmung gibt es vor beiden Vorstellungen eine Kurzführung im Kunstmuseum durch Nico Rosenfeld(17.30 und 20.00 Uhr).
Paula Modersohn-Becker zählt heute zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne. Anlässlich ihres 150. Geburtstages begeben sich die Regisseurinnen Annelie Boros und Vera Brückner mit der Hauptdarstellerin Katharina Stark auf die Spur dieser außergewöhnlichen Frau. Herausgekommen ist eine ungewöhnliche und eigenwillige Mischung aus Dokumentation und Fiktion, in der Zeitebenen und Figuren verschwimmen. Mal agiert Katharina Stark als Schauspielerin in der Gegenwart, mal scheint sie mit der Figur zu verschmelzen. Außerdem kommen drei Expertinnen zu Wort, die französische Paula-Biographin Marie Darrieussecq, die amerikanische Kunsthistorikerin Diane Radycki und die Leiterin des Worpsweder Barkenhoffs Beate Arnold. Sie alle nähern sich einer Künstlerin, die für ihre damals neuartige Darstellung von Mutterschaft, Frausein, Kindheit und Nacktheit bekannt wurde. Ein poetischer Film über künstlerische Freiheit und weibliche Selbstbestimmung, über eine unkonventionelle Künstlerin, die 1907 mit nur 31 Jahren starb.
Deutschland 2026, Regie: Annelie Boros und Vera Brückner, Darsteller: Katharina Stark, Dominique Devenport, Enno Trebs, ab 6, 95 min
Der Regisseur Raul (Leonardo Sbaraglia) kommt mit dem Drehbuch seines neuen Films „Bitteres Fest“ nicht so recht voran. In diesem Drehbuch wiederum geht es genau um dieses Problem der Schreibblockade: Der Filmemacherin Elsa (Barbara Lennie) fehlt es nach dem Tod ihrer Mutter an der nötigen Inspiration für ihr neues Projekt. Zwei Regisseure, zwei Drehbücher, zwei Perspektiven; in seinem neuen Film verbindet der Regisseur Pedro Almodovar diese beiden Ebenen zu einem in sich verschachtelten Drehbuch im Drehbuch. Ein raffiniertes Spiel, in dem Realität und Fiktion fließend ineinander übergehen, sich überlagern und schließlich fast nicht mehr zu unterscheiden sind. Und am Ende stellt sich nicht nur für Raul die Frage, ob das Leben anderer Menschen überhaupt als Inspirationsquelle benutzt werden darf und wo die ethischen Grenzen einer solchen Aneignung liegen.
Spanien 2026, Regie: Pedro Almodovar, Darsteller: Barbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sanchez-Gijon, ab 12, 112 min
In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle (ZGF) und der Koordinierungsstelle Istanbul der Ortspolizeibehörde anlässlich der Ausstellung „Was ich anhatte“ vom 18.11 bis 2.12. in der Passage (ehemaliges Kino im Columbus-Center)
Der Film erzählt die Geschichte des deutschen Unterhaltungsfernsehens der neunziger Jahre – erstmals aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren oder als Objekt mehr oder weniger origineller Herrenwitze herhalten mussten. Die jungen Regisseurinnen Eva Müller und Isabel Schneider setzen die Aussagen ihrer Protagonistinnen durch geschickte Montage raffiniert in Szene und lassen viele eingespielte Fernsehausschnitte entweder ganz ausführlich oder auch knapp und knackig kommentieren. Eine ganze Generation wurde damals vor allem durch männliche Unterhalter sozialisiert, sei es durch Thomas Gottschalks „Wetten, dass…?“ oder die „Harald-Schmidt-Show“. Aus heutiger Sicht stellt sich da die Frage: Was hatten (und haben) Humor, Witz und Unterhaltung mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Eine Zeitreise zurück zu den Lachern und dem Frauenbild der 90er Jahre.
Deutschland 2026, Regie: Isabel Schneider und Eva Müller, mit Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Esther Schweins, ab 12, 96 min
Vor beiden Vorstellungen wird eine Führung durch die Ausstellung angeboten (16.00 und 19.00).
Nach beiden Vorstellungen gibt es ein Filmgespräch moderiert von Johanna Knoop (Polizei) und Kathrin Stern (ZGF).
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