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Das Koki-Team wünscht allen Filmbegeisterten gute Unterhaltung.
Die 20.30 Uhr-Vorstellung wird in der englischsprachigen Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Das Leben von Ann Lee (Amanda Seyfried) um 1730 in Manchester ist hart. Alle ihre vier Kinder sterben im Säuglingsalter. Durch den tiefen Schmerz über diesen Verlust gezeichnet und nach einer Vision mit Adam und Eva im Garten Eden gründet sie 1736 die freikirchliche Shaker-Gemeinschaft. In der utopisch-christlichen Bewegung sind Männer und Frauen gleichberechtigt, harte Arbeit und das Zölibat die obersten Gebote. Dabei ist der Name wörtlich zu verstehen. Die Nähe zu Gott suchen die Shaker mittels rhythmischer und schüttelnder Tanzbewegungen, die im Film ausgiebig gezeigt werden. Der von traditionellen Shaker-Hymnen inspirierte Soundtrack verleiht dem düsteren Musicaldrama seine Struktur. Während sich Gospel, Choräle und elektronische Klänge fließend ablösen, zucken Körper rhythmisch, kreischend und stöhnend durch kerzenbeschienene Szenerien. Mit der folgenden Übersiedlung von Manchester nach New York verbinden sich dann weitere Hoffnungen, an Deck des Schiffes singt Ann Lee „All is peace before us.“ Doch wirklichen Frieden findet die Gemeinschaft in Amerika nicht, Ann Lee persönlich wird sogar immer wieder der Hexerei verdächtigt. In dem sich formierenden Mob manifestiert sich die den Film durchziehende Gewalt und Frauenfeindlichkeit; die Flucht ins Spirituelle hat hier eine ihrer Ursachen. Die Regisseurin Mona Fastvold erzählt diese Suche nach Freiheit, Glück und Gemeinschaft mit monumentalen Bildern und mitreißender Musik und beweist, dass auch bei historisch grundierten Filmstoffen frische Zugänge möglich sind.
Gr6ßbritannien/USA 2025, Regie: Mona Fastvold, Darsteller: Amanda Seyfried, Lewis Pullman, Thomasin McKenzie, ab 12, 137 min
Clowns wollen die Menschen zum Lachen bringen und strahlen doch oft etwas Melancholisches aus. Vielleicht müssen auch die Menschen, die in ein Clownskostüm schlüpfen, diese gegensätzlichen Emotionen in sich vereinen. So wie Barbara (Valerie Pachner) und Heli (Robert Stadtlober). Sie arbeitet als Clown in einer Kinderklinik, er auf der Bühne. Mit ihren beiden kleinen Kindern Fini und Thimo leben sie fröhlich, liebevoll und voller Phantasie auf einem sehr sanierungsbedürftigen Hof. Doch eines Tages gibt es am Bahnübergang einen Unfall mit einem Clownsbus. Heli ist sofort tot, Fini und Thimo sterben wenig später im Krankenhaus. Wie gelähmt ist Barbara, sie verzweifelt an ihrem Leben und droht daran zu zerbrechen. Irgendwann jedoch beginnt sie, sich ihrem Schicksal zu stellen: „Ich bin am Leben und ich möchte Teil des ganz normalen Lebens bleiben“, schreibt sie an alle ihre Freunde. Die Trauer, der Schmerz und die Liebe verschwinden dabei nicht. Sollen sie auch gar nicht. Der österreichische Regisseur Adrian Goiginger hat den autobiographischen Roman von Barbara Pachl-Eberhart sanft und ohne Verklärung verfilmt. Goiginger erzählt mit Rückblenden vom Vorher und Nachher, stellt den unsagbaren Schmerz die Ausgelassenheit der Vergangenheit gegenüber. „Vier minus drei“ ist ein eindringlicher, zärtlicher Film der großen Gefühle und kleinen Blicke, der sanften Gesten und stillen Momente. Er wirft einen frischen Blick auf Trauer und Verlust, er feiert das Leben auch im Angesicht des Todes. Er bietet einen versöhnlichen Zugang zum Sterben und erinnert zugleich an die Dankbarkeit, die man für sein Glück haben sollte. Ein berührendes Drama über eine Frau, die ihre Familie verliert und trotz aller Trauer wieder lernt, das Leben zu feiern, die ihre Clownsphilosophie zum Lebensmotto macht.
Österreich/Deutschland 2026, Regie: Adrian Goiginger, Darsteller: Valerie Pachner, Robert Stadtlober, Stefanie Reinsperger, Hanno Koffler, ab 12, 121 min
Die 20.30 Uhr-Vorstellung wird in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Der Film setzt 1917 ein. Lionel (Paul Mescal) studiert am New England Conservatory in Boston. Dort begegnet er David (Josh O’Connor), einem etwas älteren Studenten, der sich leidenschaftlich für amerikanische Volkslieder interessiert. Zwischen beiden entsteht rasch eine intime Verbindung, die aber jäh endet, als David zum Militär eingezogen wird. Erst Jahre später meldet sich David wieder, er lädt Lionel ein, ihn auf einer Forschungsreise zu begleiten. Mit einem tragbaren Phonographen ziehen sie durch abgelegene Gegenden Neu-Englands, besuchen Bauernhäuser und kleine Gemeinden, um dort traditionelle Volkslieder auf Wachszylindern aufzunehmen. Als mündliche Geschichtsschreibung wollen sie die Stimmen aus Küchen, Kirchen und Hinterhöfen, Balladen über Liebe, Mord oder Trauer für die Nachwelt erhalten. Am Ende der Reise trennen sich ihre Wege erneut. Lionel geht nach Europa, arbeitet in Rom und später in Oxford, doch die Erinnerung an David bleibt eine stille Konstante seines Lebens. Der südafrikanische Regisseur Oliver Hermanus erzählt diese Geschichte mit ausgeprägter Zurückhaltung. Seine Inszenierung vermeidet große Gesten, setzt stattdessen auf Blicke, Pausen und Musik. Die Kamera taucht Wälder, Farmhäuser und winterliche Landschaften in gedämpfte Farben, die Bilder wirken bisweilen wie Gemälde des amerikanischen Realismus. Eine intensive Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die sich auf die Liebe zur Musik gründet.
USA/Großbritannien 2025, Regie: Oliver Hermanus, Darsteller: Paul Mescal, Josh O’Connor, Chris Cooper, ab 6, 128 min
Die 20.30 Uhr-Vorstellung wird in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.
„Memories are like stories“ sagt eine weinende Frau zu Beginn des Films. Dann folgen 120 Minuten, in deren Verlauf sich bruchstückhafte Erinnerungsbilder wiederholen und überlagern. Daraus entsteht die Biographie der Protagonistin und die hat es in sich. Lidia (Imogen Poots) wird von ihrem Vater jahrelang vergewaltigt, auch ihre Schwester wird zu seinem Opfer. Lidia gelingt die Flucht; sie erhält ein Sportstipendium an der Universität. Schon als Jugendliche hat sie hart trainiert, um Profischwimmerin zu werden; nun will sie sich seelisch buchstäblich freischwimmen, doch ihre Traumata sitzen tief und reisen mit. „The Chronology of Water“ erzählt von dieser kaum zu ertragenden Kindheit, von Alkoholmissbrauch, von toxischen Beziehungen und einer Totgeburt, vor allem aber vom Schreiben als Prozess der Selbstfindung und, vielleicht, Selbstheilung. Die Schauspielerin Kristen Stewart verfilmt in ihrem Regiedebüt den autobiographischen gleichnamigen Roman von Lidia Yuknavitch aus dem Jahr 2011. Stewart erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sie arbeitet mit Rückblenden, die nicht immer als solche gekennzeichnet sind. Mit Thora Birch, Kim Gordon und Jim Belushi ist der Film bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt, aber vor allem Imogen Poots spielt die Hauptfigur mit einer immensen Wut und Energie. Die realistisch dargestellte Mischung aus Sex, Missbrauch, Sucht und Kindstod schont weder die Protagonistin noch das Publikum – eine emotionale Zumutung und gleichzeitig ein mutiger und gesellschaftlich relevanter Film. Acht Jahre lang kämpfte Kristen Stewart um die Realisation ihres Regiedebüts, das schließlich bei den Filmfestspielen in Cannes 2025 Premiere feierte.
USA 2025, Regisseur: Kristen Stewart, Darsteller: Imogen Poots, Susannah Flood, Tom Sturridge, ab 16, 128 min
mit einer Einführung von Steffen Liebsch (Kommunales Kino)
Der Film handelt vom sozialen Abstieg des Portiers des Atlantic-Hotels, der zum Toilettenwärter degradiert wird. Er verliert die prächtige Uniform, die seinen Stolz ausmacht und damit auch die Anerkennung und den Respekt seiner Nachbarn und Familie. Das überraschend positive Ende wurde dem Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau von der Produktionsfirma Ufa aufgezwungen. Deren Chef Erich Pommer begründete das später so: „Wir fügten das Happy-End hinzu, weil sonst der Film so wie das wirkliche Leben gewesen wäre und zu einem kommerziellen Misserfolg geführt hätte,“ Murnau inszenierte das Ende dann aber so märchenhaft und übertrieben, dass es als ironischer Kommentar verstanden werden kann und bereits bei der Uraufführung im Berliner Ufa-Palast am Zoo am 23.Dezember 1924 als solcher erkannt wurde. Der Film gilt als Meilenstein des deutschen Stummfilms, dies wegen der Kameraführung („entfesselte Kamera“) und da er fast ohne erklärende Zwischentitel auskommt, Für Emil Jannings bedeutete seine Darstellung des Portiers in diesem Sozialdrama den Durchbruch zum Charakterdarsteller.
Deutschland 1924, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, Darsteller: Emil Jannings, Maly Delschaft, Hans Unterkircher, ohne Altersbeschränkung, 90 min
Der Stummfilm wird live am Klavier begleitet durch den Bremerhavener Musiker und Komponisten Guido Solarek.
Derya (Özgü Namal) ist eine gefeierte Schauspielerin im Staatstheater in Ankara. Ihr Mann Aziz (Tansu Bicer) unterrichtet an der Universität. Das Ehepaar ist fester Bestandteil des kulturellen Bildungsbürgertums, selbstverständlich links und regierungskritisch. Deswegen macht sich das verschärfte politische Klima auch in ihrem Alltag ganz handfest bemerkbar. Erst wird Aziz gemeinsam mit etlichen Kollegen an der Hochschule ohne Angabe von Gründen beurlaubt, wenig später Derya vom Theater entlassen. Als auch noch ihr Vermieter Besuch von der Polizei bekommt, ziehen die Eheleute mit ihrer Tochter Ezgi (Leyla Smyrna Cabas) zu Aziz‘ Mutter (Ipek Bilgin) nach Istanbul. Doch Geldsorgen, Platznot und Zukunftsängste gehen nicht spurlos an der Ehe vorbei. Immer offensichtlicher wird, dass die beiden in dem Spannungsfeld zwischen ideologischen Überzeugungen und handfestem Pragmatismus oft unterschiedliche Vorstellungen davon haben, mit ihrer Situation umzugehen. Ohne konkrete Namen und Ereignisse zu nennen oder die innenpolitische Lage näher zu umreißen, erzählt der Berliner Regisseur Ilker Catak mit „Gelbe Briefe“ viel über die heutige Türkei – und lässt doch keinen Zweifel daran, dass seine Geschichte eine universelle ist, die Kunstschaffende und Intellektuelle überall auf der Welt erwarten könnte. Dass ihm Berlin als Kulisse für Ankara dient und Hamburg Istanbul „spielt“, macht das überdeutlich. Cataks Verbindung von gesellschaftlichen Entwicklungen mit einem emotionalen Familiendrama brachte „Gelbe Briefe“ bei der diesjährigen Berlinale den Goldenen Bären ein.
Deutschland/Türkei 2026, Regie: Ilker Catak, Darsteller: Özgü Namal, Tansu Bicer, Leyla Smyrna Cabas, Ipek Bilgin, ab 12, 128 min
Ein Soldat taucht nach dem Dreißigjährigen Krieg in einem abgelegenen Dorf auf. Doch es ist Rose, die sich als Mann ausgibt, weil sie darin die einzige Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Leben sieht, „Obwohl als Weibsperson geboren, dem zum Trotz unter falschem Nam‘ als Mannsbild sich betragen“, sagt die sanfte Stimme aus dem Off (Marisa Growaldt), die mit ihrer altertümlich bedächtigen Sprache in diesem Film noch des öfteren zu hören sein wird. Zunächst funktioniert die Verstellung ganz gut, obwohl die Dorfbewohner den Neuankömmling zunächst misstrauisch beäugen. Erst als Rose einen Bären erlegt, der die Schafe der Bauern bedroht, wird das besser. Es könnte so weiter gehen, doch Rose reicht der kleine Hof nicht, den sie bewirtschaftet. „Aber ist der Notwendigkeit Genüge getan, stellt sich gern der Wunsch ein nach mehr“, warnt die samtige Stimme aus dem Off. Ein Stück Land, auf das Rose es abgesehen hat, will der besitzende Großbauer (Godehard Giese) nur im Tausch gegen die Ehe mit seiner Tochter Suzanna (Caro Braun) hergeben und damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer hat für seinen Film etwa 300 Schicksale von Frauen aus drei Jahrhunderten recherchiert, die sich als Männer ausgaben, um den eisernen Zwängen der patriarchalen Gesellschaft zu entkommen. Verdichtet in den Lebenslauf einer einzigen Frau im 17. Jahrhundert zeigt „Rose“ mit der Darstellung von Gewalt an und Diskriminierung von Frauen zugleich, dass das Streben nach weiblicher Selbstbestimmung auch heute noch aktuell ist.
Österreich/Deutschland 2025, Regie: Markus Schleinzer, Darsteller: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese, schwarz-weiß, ab 12, 94 min
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