KOKI-Filmprogramm

Das kommunale Kino Bremerhaven zeigt sein Filmprogramm immer mittwochs im Cinemotion Kino Komplex in Bremerhaven.

Die Vorstellungszeiten sind 18.00 und 20.30 Uhr,
abweichende Zeiten stehen im Filmprogramm.

Die Filme werden ohne Werbung präsentiert und beginnen direkt zu den angegebenen Vorstellungszeiten.

Kinokarten für unser KOKI Programm sind an der Kinokasse erhältlich oder online ausschließlich über die Internetseite des CineMotion.

Klicke Sie hier, um Karten über die CineMotion Website zu bestellen.

In der Regel können die Karten sieben Tage im Voraus erworben werden. Sollte ein Film noch nicht im Angebot sein, so besuchen Sie die Website bitte später noch einmal.

Alternativ können Sie auch die CineMotion Smartphone App verwenden.

Das Koki-Team wünscht allen Filmbegeisterten gute Unterhaltung.

23.9. | Exit 8

18.00/20.30

Ein namenloser junger Mann (Kazunari Ninomiya) steigt in Tokio aus der U-Bahn aus und strebt dem Ausgang der Station zu – doch er kann ihn nicht finden. Keine Tür, keine Treppe, stattdessen kommt er immer wieder an denselben Schließfächern vorbei. Wird er ewig im Kreis laufen? „Exit 8“ ist die Verfilmung des gleichnamigen japanischen Computerspiels und das geht so: „Du bist in einer endlosen Untergrundpassage gefangen. Beobachte Deine Umgebung mit äußerster Sorgfalt und finde Ausgang 8.“ Es gilt, klitzekleine Abweichungen zu erkennen, die den Weg weisen aus der Endlosschleife. In der Filmadaption des Regisseurs Genki Kawamura begegnet die Hauptfigur immer wieder einem älteren Mann (sein gealtertes Ich?), der die Schleife offenbar seit Jahrzehnten wie ein Roboter durchläuft. Und dann ist da noch der kleine Junge (sein ungeborener Sohn?) – weiß der vielleicht den Weg nach draußen? „Exit 8“ ist die filmische Umsetzung der Angst eines jungen Mannes vor der Vaterschaft, die ihn mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Der weicht er aus, indem er sich in eine endlose Schleife flüchtet. Diese beklemmende Situation ist typisch für japanische Regisseure, die absurd erscheinende Ideen spielerisch aufgreifen, um sie dann konsequent auf die Spitze zu treiben. Ein psychedelischer Horror-Mysterythriller der besonderen Art.

Japan 2025, Regie: Genki Kawamura, Darsteller: Kazumari Ninomiya, Yamato Kochi, Nana Komatsu, ab 12, 95 min

30.9. | A Sad and Beautiful World

18.00/20.30

Der Libanon, ein Land im permanenten Ausnahmezustand, in dem Krieg und wirtschaftliches Chaos den Alltag bestimmen. Mal sehr subtil, dann wieder ganz unmittelbar. Vor diesem Hintergrund erzählt der Regisseur Cyril Aris eine schmerzhafte Liebesgeschichte voller Magie, Poesie und unausweichlicher Grausamkeit. Nino (Hasan Akil) und Yasmina (Mounia Akl) heißt das Paar und es beginnt wie in einer turbulenten Hollywood-Liebeskomödie. Doch schon wenig später ziehen die ersten Wolken auf in der Beziehung des lebenslustigen, unverbesserlichen Optimisten Nino und der pragmatisch-sachlichen Yasmina. Beide tragen schwer an traumatischen Familienereignissen, an Trennung bzw. Tod ihrer Eltern. Collagenhaft und mit Zeitsprüngen folgt Cyril Aris dieser Liebe zweier so unterschiedlicher Menschen. Er findet dafür eindrückliche Bilder, mal von eleganter Schönheit, mal von verspielter Phantasie. Schon der Titel sagt es: Dieser Film erzählt eine wunderschöne und eine todtraurige Geschichte in einer beängstigenden Umgebung. So wird „A Sad and Beautiful World“ auch zu einer universellen Geschichte.

Libanon 2025, Regie: Cyril Aris, Darsteller: Mounia Akl, Hasan Akil, Julia Kassar, ab 12, 110 min

7.10. | Sentimental Value

17.30

Im Anschluss an die Vorstellung wird der Film von dem Bremer Psychoanalytiker Lorenz Böllinger kommentiert.

Die Villa, in der die norwegische Familie Borg seit Generationen lebt, ist ein kleines architektonisches Juwel. Für „Sentimental Value“ ist dieser Schauplatz so unverzichtbar, dass er eine eigene Erzählstimme erhält, die aus dem Off berichtet, wie die Räume mit ihren Bewohnern leben. Die Villa wird zu einem emotionalen Minenfeld, als Gustav Borg (Stellan Skarsgard) nach der Beerdigung seiner Frau plötzlich in das Leben seiner Töchter zurückkehrt. Nora (Renate Reinsve) hat ihm nie verziehen, dass er die Familie verließ, ihre jüngere Schwester Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) ist milder gestimmt. Der Vater war einmal ein berühmter Regisseur und hat ein Drehbuch über den Selbstmord seiner Mutter mitgebracht, das er am Realschauplatz verfilmen will. Nora, eine gefeierte Bühnenschauspielerin, soll die Hauptrolle übernehmen. Brüsk weist sie sein Angebot zurück, das insgeheim ein väterliches Liebeswerben ist. Gustav macht sich notgedrungen auf die Suche nach einer neuen Hauptdarstellerin, gibt die Hoffnung auf Noras Teilnahme aber nicht auf. Der Film ist ein emotional besonders berührendes, über fünf Generationen reichendes Familiendrama. Wie in einem psycho-therapeutischen Prozess, jedoch im Medium Film kunstvoll verdichtet, werden Entstehung, Weitergabe und tendenzielle Auflösung einer Traumatisierung verstehbar gemacht.

Norwegen/Dänemark/Schweden 2025, Regie: Joachim Trier und Eskil Vogt, Darsteller: Stellan Skarsgard, Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas, ab 12, 133 min

7.10. | Teenage Sex and Death at Camp Miasma

20.30

Der Film wird in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Die queere Filmemacherin Kris (Hannah Einbinder) soll eine Fortsetzung der Slasherfilm-Reihe „Camp Miasma“ drehen. Um das Niveau der Reihe zu halten, will sie die frühere Filmheldin (Billy Presley (Gillian Anderson) erneut als Hauptdarstellerin gewinnen. In dem Film der Regisseurin Jane Schoenbrun geht es um nichts geringeres als Sex, Tod und wie beides miteinander zusammenhängt. Blut und jegliche andere Art von Körpersäften fließen reichlich; der titelgebende Name „Miasma“, das altgriechische Wort für Besudelung, macht das von Anfang an klar. „Teenage Sex and Death…“ ist ein typisches Beispiel eines Slasherfilms, einem Subgenre des Horrorfilms, in denen eine Gruppe (weiblicher) Personen durch einen (männlichen) Killer bedroht wird. Die Haupthandlung siedelt Schoenbrun in der Gegenwart an, aber historischer Bezugspunkt sind die 1980-er Jahre, die Blütezeit des Slasherkinos. Ein brachialer Splatterfilm im Arthousegewand.

USA 2026, Regie: Jane Schoenbrun, Darsteller: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Jack Haven, ab 16, 106 min

14.10. | Vaterland

18.00/20.30

Der 1933 ins Exil gegangene Thomas Mann (Hanns Zischler) kehrt sechzehn Jahre später nach Deutschland zurück, um zwei Goethepreise entgegenzunehmen, einen im amerikanisch besetzten Frankfurt am Main, den anderen im sowjetisch kontrollierten Weimar. Begleitet von seiner Tochter Erika (Sandra Hüller) fährt der Literatur-Nobelpreisträger durch ein fremd gewordenes Land. Der polnische Regisseur Pawel Pawlikowski macht daraus ein ungewöhnlich stilles Roadmovie, gedreht in zeittypischem Schwarz-Weiß und dem damals gebräuchlichen Format 1:1,33. Er rekonstruiert die Reise nicht akribisch und authentisch, er macht von Anfang an klar, dass er zuspitzt und verdichtet. So ersetzt er in seinem Film Manns Ehefrau Katia durch die Tochter Erika und rückt die Vater-Tochter-Beziehung ins Zentrum. Hanns Zischler spielt diesen Thomas Mann in der vielleicht besten Leistung seiner Karriere. Die ebenso beeindruckende Sandra Hüller drückte das nach den Dreharbeiten so aus: „Ich liebe Thomas Mann jetzt wegen Hanns Zischler“. Ein Film über eine Familie, die im beginnenden Kalten Krieg mit den politischen und moralischen Erschütterungen ihrer Zeit ringt. Sohn Klaus Mann (August Diehl) bringt diese Orientierungs-losigkeit für sich persönlich auf die prägnante Formel „Mickey oder Stalin“.

Polen/Deutschland 2026, Regie: Pawel Pawlikowski, Darsteller: Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, ohne Altersbeschrän-kung, 82 min

21.10. | Skiff

18.00/20.30

im Rahmen des Queer-Film-Festivals Bremerhaven

Beide Vorstellungen werden in der niederländisch/französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Der belgische Coming of Age-Film begleitet über einen Sommer hinweg Malou (15). Malou verbringt die meiste Zeit im Ruderverein und gehört dort zu den talentiertesten Mitgliedern. Trotzdem ist Malou hier immer wieder dem Mobbing anderer Mitglieder ausgesetzt, denn Malou kann mit märchenhaften Geschlechterrollen wenig anfangen und orientiert sich viel lieber an den älteren Brüdern, die Malou Halt geben. Als Malous Bruder Max eine Beziehung mit Nouria beginnt, fühlt sich auch Malou zu Nouria hingezogen. Das führt nicht nur zu Konflikten innerhalb der Familie, sondern auch Malou selbst beginnt, sich zunehmend mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen.

Belgien 2025, Regie: Cecilia Verheyden, Darsteller: Femke Vanhove, Lina Miftan, Wout Vleugels, ab 12, 106 min

28.10. | Bad Apples

18.00/20.30

Danny (Eddie Waller) ist ein garstiger Junge. In der englischen Privatschule, die er besucht, macht er jedem die Hölle heiß, seinen Mitschülern und vor allem seiner Lehrerin Maria Spencer (Saoirse Ronan). Das zeigt sich gleich zu Beginn des Films, als er bei einem Schulausflug in einer Mosterei mit voller Absicht seinen Schuh in die Apfelpresse wirft (mit katastrophalen Folgen für die Anlage). Auch den Unterricht stört er ohne Unterlass und auf seine Mitschülerin Pauline (Nia Brown) hat er es besonders abgesehen. Da greift die verzweifelte Miss Spencer zum äußersten Mittel: Sie entführt Danny und sperrt den kleinen Satansbraten in ihren Keller. Doch die nun einkehrende schulische Ruhe ist trügerisch und nur von kurzer Dauer… Der Film des schwedischen Regisseurs Jonatan Etzler basiert auf dem Roman „De Oonsade“ von Rasmus Lindgren und ist sein englischsprachiges Debüt. Eine typisch britische, tiefschwarze Komödie mit makabrem Charme.

Großbritannien 2025, Regie: Jonatan Etzler, Darsteller: Saoirse Ronan, Eddie Waller, Nia Brown, ab 16, 100 min

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