
18.00/20.30
Die zweite Vorstellung um 20.30 Uhr wird in der englischsprachigen Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Die begabte Literaturstudentin Agnes (Eva Victor) besucht eine Hochschule im ländlichen Massachusetts. Ein Techtelmechtel mit ihrem attraktiven, allseits beliebten Doktorvater endet tragisch, eine zunächst einvernehmliche körperliche Annäherung mündet in einen Vergewaltigungsversuch. Ein sexueller Übergriff ist ausnahmslos immer eine Attacke, die das Opfer versehrt zurücklässt und in ihrem Regiedebüt „Sorry, Baby“ zeigt Eva Victor auf eindringliche Weise, wie viel Kraft es kostet, nach einem solchen Angriff auf Körper und Seele weiterzumachen – nicht wie bisher, sondern irgendwie. Die Regisseurin erzählt ihre Geschichte in fünf Kapiteln, aber nicht chronologisch. Sie schildert markante Situationen aus Agnes‘ Leben vor und nach der Tat, verschiebt dabei aber die Zeitebenen. Dabei gelingt es ihr auch, das ernste Thema mit Momenten feinen Humors und sogar einem Hauch Romantik zu verflechten, zum Beispiel wenn Agnes eine Affäre mit ihrem Nachbarn beginnt. Doch obwohl die Uni-Karriere der Studentin weiter vorangeht, bleibt der Übergriff auch nach Jahren ein bestimmendes Ereignis. Eva Victor inszeniert und spielt das nicht bitter, sondern mit schwarzhumoriger Traurigkeit und Melancholie. Und irgendwann erschließt sich auch der Titel des Films. „Sorry, Baby, wir müssen damit leben.“ Das klingt einerseits nach Resignation – aber zugleich auch nach Akzeptanz und Aufbruch.
USA 2025, Regie: Eva Victor, Darsteller: Eva Victor, Naomi Ackie, Lucas Hedges, ab 12, 104 min
