4.2. | Zweitland

18.00/20.30

Nach der Niederlage Österreichs im Ersten Weltkrieg wird das mehrheitlich deutschsprachige Südtirol von Italien annektiert. Es kommt zu jahrzehntelangen Kämpfen zwischen der Separatisten-Organisation Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) und der italienischen Staatsmacht. Der Regisseur Michael Kofler, der selbst aus dieser Region stammt, siedelt seine Geschichte im Jahr 1961 an, in dem der Konflikt in der sogenannten „Feuernacht“ blutig eskalierte. Seine beiden Protagonisten, die Brüder Paul (Thomas Prenn) und Anton (Laurence Rupp) gehen ganz unterschiedlich mit den Geschehnissen um. Während es den musisch begabten Paul an die Kunsthochschule in München zieht, führt der bodenständige Anton den Bauernhof der Eltern weiter und muss die alltäglichen Schikanen der italienischen Regierung ertragen. Kofler beleuchtet den tief verwurzelten Konflikt in all seinen Facetten, von der separatistischen Gewalt über die Gegengewalt der Staatsmacht bis hin zu dem Versuch der Vermittlung zwischen den Volksgruppen. Besonders authentisch wird dieser Anti-Heimatfilm durch die Untertitelung des deutschen Dialekts sowie des Italienischen. Durch die Anerkennung des Autonomiestatus in den frühen 1970-er Jahren ist die separatistische Eskalation in Südtirol mittlerweile in Vergessenheit geraten. „Zweitland“ ruft diesen Unabhängigkeitskampf jetzt noch einmal ins Bewusstsein zurück.

Deutschland/Italien/Österreich 2025, Regie: Michael Kofler, Darsteller: Thomas Prenn, Laurence Rupp, Aenne Schwarz, ab 12, 112 min

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