
18.00/20.30
Können Alltagsgegenstände von Geistern besessen sein? Für die Protagonisten in „A Useful Ghost“ scheint dies selbstverständlich. In einer Staubsaugerfabrik sorgen verstorbene Mitarbeiter für Unruhe. Dann erscheint auf einmal auch Nat, die verstorbene Frau von March, dem Sohn der Fabrikbesitzerin, als Geist und lebt fortan in einem der Staubsauger weiter. Der von Sehnsucht geplagte March tut alles, um mit Geister-Nat zusammenleben zu können. Der Debütfilm des thailändischen Regisseurs Ratchapoom Boonbunchachoke, der als groteske Komödie beginnt, verwandelt sich dann nach und nach in eine philosophische Betrachtung über das mögliche Wesen von Geistern. Sie können nur existieren, wenn ein noch lebender Mensch sich an die verstorbene Person erinnert – und diese Schwachstelle macht sich Nat konsequent zunutze. Sie befreit die Fabrik von den Geistern, indem sie diese Erinnerungen per Elektroschock-Einsatz auslöscht. Mit derselben Methode hilft sie auch einem Minister, der offensichtlich ein Massaker des thailändischen Militärs an prodemokratischen Demonstranten zu verantworten hat und nun von den Geistern der Opfer heimgesucht wird. Da vollführt der Film auf einmal noch eine komplette Kehrtwende und zwar ins Hoch-politische, von der skurrilen Komödie hinein in die Erinnerung an unaufgearbeitete Verbrechen.
Thailand 2025, Regie: Ratchapoom Boonbunchachoke, Darsteller: Davika Hoorne, Apasiri Nitibhon, Wisarut Himmarat, ab 16, 130 min
