
18.00/20.30
Clowns wollen die Menschen zum Lachen bringen und strahlen doch oft etwas Melancholisches aus. Vielleicht müssen auch die Menschen, die in ein Clownskostüm schlüpfen, diese gegensätzlichen Emotionen in sich vereinen. So wie Barbara (Valerie Pachner) und Heli (Robert Stadtlober). Sie arbeitet als Clown in einer Kinderklinik, er auf der Bühne. Mit ihren beiden kleinen Kindern Fini und Thimo leben sie fröhlich, liebevoll und voller Phantasie auf einem sehr sanierungsbedürftigen Hof. Doch eines Tages gibt es am Bahnübergang einen Unfall mit einem Clownsbus. Heli ist sofort tot, Fini und Thimo sterben wenig später im Krankenhaus. Wie gelähmt ist Barbara, sie verzweifelt an ihrem Leben und droht daran zu zerbrechen. Irgendwann jedoch beginnt sie, sich ihrem Schicksal zu stellen: „Ich bin am Leben und ich möchte Teil des ganz normalen Lebens bleiben“, schreibt sie an alle ihre Freunde. Die Trauer, der Schmerz und die Liebe verschwinden dabei nicht. Sollen sie auch gar nicht. Der österreichische Regisseur Adrian Goiginger hat den autobiographischen Roman von Barbara Pachl-Eberhart sanft und ohne Verklärung verfilmt. Goiginger erzählt mit Rückblenden vom Vorher und Nachher, stellt den unsagbaren Schmerz die Ausgelassenheit der Vergangenheit gegenüber. „Vier minus drei“ ist ein eindringlicher, zärtlicher Film der großen Gefühle und kleinen Blicke, der sanften Gesten und stillen Momente. Er wirft einen frischen Blick auf Trauer und Verlust, er feiert das Leben auch im Angesicht des Todes. Er bietet einen versöhnlichen Zugang zum Sterben und erinnert zugleich an die Dankbarkeit, die man für sein Glück haben sollte. Ein berührendes Drama über eine Frau, die ihre Familie verliert und trotz aller Trauer wieder lernt, das Leben zu feiern, die ihre Clownsphilosophie zum Lebensmotto macht.
Österreich/Deutschland 2026, Regie: Adrian Goiginger, Darsteller: Valerie Pachner, Robert Stadtlober, Stefanie Reinsperger, Hanno Koffler, ab 12, 121 min
