20.5. | The Testament of Ann Lee

18.00/20.30

Die 20.30 Uhr-Vorstellung wird in der englischsprachigen Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Das Leben von Ann Lee (Amanda Seyfried) um 1730 in Manchester ist hart. Alle ihre vier Kinder sterben im Säuglingsalter. Durch den tiefen Schmerz über diesen Verlust gezeichnet und nach einer Vision mit Adam und Eva im Garten Eden gründet sie 1736 die freikirchliche Shaker-Gemeinschaft. In der utopisch-christlichen Bewegung sind Männer und Frauen gleichberechtigt, harte Arbeit und das Zölibat die obersten Gebote. Dabei ist der Name wörtlich zu verstehen. Die Nähe zu Gott suchen die Shaker mittels rhythmischer und schüttelnder Tanzbewegungen, die im Film ausgiebig gezeigt werden. Der von traditionellen Shaker-Hymnen inspirierte Soundtrack verleiht dem düsteren Musicaldrama seine Struktur. Während sich Gospel, Choräle und elektronische Klänge fließend ablösen, zucken Körper rhythmisch, kreischend und stöhnend durch kerzenbeschienene Szenerien. Mit der folgenden Übersiedlung von Manchester nach New York verbinden sich dann weitere Hoffnungen, an Deck des Schiffes singt Ann Lee „All is peace before us.“ Doch wirklichen Frieden findet die Gemeinschaft in Amerika nicht, Ann Lee persönlich wird sogar immer wieder der Hexerei verdächtigt. In dem sich formierenden Mob manifestiert sich die den Film durchziehende Gewalt und Frauenfeindlichkeit; die Flucht ins Spirituelle hat hier eine ihrer Ursachen. Die Regisseurin Mona Fastvold erzählt diese Suche nach Freiheit, Glück und Gemeinschaft mit monumentalen Bildern und mitreißender Musik und beweist, dass auch bei historisch grundierten Filmstoffen frische Zugänge möglich sind.

Gr6ßbritannien/USA 2025, Regie: Mona Fastvold, Darsteller: Amanda Seyfried, Lewis Pullman, Thomasin McKenzie, ab 12, 137 min

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