14.10. | Vaterland

18.00/20.30

Der 1933 ins Exil gegangene Thomas Mann (Hanns Zischler) kehrt sechzehn Jahre später nach Deutschland zurück, um zwei Goethepreise entgegenzunehmen, einen im amerikanisch besetzten Frankfurt am Main, den anderen im sowjetisch kontrollierten Weimar. Begleitet von seiner Tochter Erika (Sandra Hüller) fährt der Literatur-Nobelpreisträger durch ein fremd gewordenes Land. Der polnische Regisseur Pawel Pawlikowski macht daraus ein ungewöhnlich stilles Roadmovie, gedreht in zeittypischem Schwarz-Weiß und dem damals gebräuchlichen Format 1:1,33. Er rekonstruiert die Reise nicht akribisch und authentisch, er macht von Anfang an klar, dass er zuspitzt und verdichtet. So ersetzt er in seinem Film Manns Ehefrau Katia durch die Tochter Erika und rückt die Vater-Tochter-Beziehung ins Zentrum. Hanns Zischler spielt diesen Thomas Mann in der vielleicht besten Leistung seiner Karriere. Die ebenso beeindruckende Sandra Hüller drückte das nach den Dreharbeiten so aus: „Ich liebe Thomas Mann jetzt wegen Hanns Zischler“. Ein Film über eine Familie, die im beginnenden Kalten Krieg mit den politischen und moralischen Erschütterungen ihrer Zeit ringt. Sohn Klaus Mann (August Diehl) bringt diese Orientierungs-losigkeit für sich persönlich auf die prägnante Formel „Mickey oder Stalin“.

Polen/Deutschland 2026, Regie: Pawel Pawlikowski, Darsteller: Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, ohne Altersbeschrän-kung, 82 min

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung