17.12. | Deutscher Kurzfilmpreis

18.00/20.30

In guter Tradition präsentieren wir zum kürzesten Tag des Jahres sieben im Jahr 2025 preisgekrönte Kurzfilme

Nuestra Sombra (Our Own Shadow)

In einem kleinen argentinischen Dorf sehen die Menschen einer Sonnen-finsternis entgegen. Für einige Minuten scheint alles still zu stehen; der unbeirrte Lauf der Natur wirkt wie eine transzendente Kraft auf die Menschen ein. Ein phantastisches-realistisches Requiem / Spielfilm Argentinien/ Deutschland 2024, Regie: Agustina Sanchez Gavier, spanisch mit deutschen Untertiteln, 20 min

Dull Spots of Greenish Colours

In Zeiten des Krieges sind Informationstechnologien nicht mehr nur bloßes Mittel zum Zweck, sondern eine Macht für sich selbst. Wir haben keine Kontrolle über sie und sind dazu verdammt, ohne Pause durch die Informationsflut hindurch zu scrollen / Animationsfilm Deutschland, Regie: Sascha Svirsky

Bull’s Heart

Am Rande einer anonymen Großstadt. Vater, Sohn, sein Geliebter, Hitze, Sommer, Nacht. Eine kleine männliche Welt, ungewöhnlich zart und verletzlich, so wie das gesamte Leben von Migranten in großen Städten. Aber auch: Liebe muss verborgen werden, besonders wenn es um queere Liebe geht. Dann ein Telefonat mit der Tochter, die im Heimatland geblieben ist. Ein transnationaler Kurzfilm mit dichten Momenten, Gesten und Sounds / Spielfilm Deutschland/Russland/Ukraine/Usbekistan 2023, Regie: Margarita Bagdasaryan, russisch und usbekisch mit deutschen Untertiteln, 15 min

Tako Tsubo

Herr Ham entschließt sich dazu, sein Herz operativ entfernen zu lassen, um von der Last seiner Gefühle befreit zu werden. Modernste medizinische Möglichkeiten machen die Operation zu einem lapidaren Eingriff. Der surrealistische Film greift mit lakonischem Humor das Motiv des Herzens auf, sowohl als Zentrum des Lebens als auch als Symbol des Liebens und des Leidens / Animationsfilm, Regie: Eva Pedroza und Fanny Sorgo, 6 min

Fire Drill

Ein junger Mann aus der Ukraine heuert auf einem Frachtschiff an. Der Krieg in der Heimat flackert wie die fernen Tanker am Horizont. Das Schiff wird zur Schicksalsgemeinschaft auf Zeit. Eine Welt im Wassertropfen. Die Bildsprache des Films verwandelt die rauhen Eindrücke des Alltags auf einem Containerschiff zu impressionistischen Innenbildern, zu einem leisen, lyrischen Film voller Hoffnung / Spielfilm, Regie: Maximilian Villwock

As If Mother Cried That Night

Hoda Taheri ist eine iranische Künstlerin, die im Exil in Deutschland lebt. Sie zeigt die Flüchtlingserfahrung aus einer ungewohnten Perspektive, ihrer eigenen. Sie selbst spielt Hoda, eine iranische Frau, die zusammen mit ihrem Mann Sirvan vergeblich hofft, das Aufenthaltsrecht in Deutschland zu bekommen. Die deutsche Bürokratie erscheint ihr als ein absurdes, labyrinthisches System. Als letzte Hoffnung versucht Hoda sich von einem deutschen Mann schwängern zu lassen. Ein radikaler und künstlerisch überzeugender Film / Spielfilm

Melody of Barking Dogs

Der siebzehnjährige Toni verbringt den Abend mit seinen Freunden im Vereinsheim. Eigentlich unspektakulär, doch in den Details sind feinfühlige und kluge Auseinandersetzungen zu Themen wie Männlichkeit, versteckter Intimität, Einsamkeit und einer generellen Sinnsuche zu finden. Ein ruhiger Film, zelebriert mit einem ganz besonderen Humor / Spielfilm Deutschland 2023, Regie: Daniel Huss, 9 min / Die Drehbuchautorin Nicola Jacobi wird nach der 18-Uhr-Vorstellung anwesend sein.

26.11. | U Are the Universe

18.00/20.30

Gerade hat der Raumfahrer Andrij Melnyk (Wolodymyr Krawtschuk) seine Behälter voller Atommüll auf der Deponie Kallisto, einem Jupitermond, abgeladen und sich auf den Heimweg zur Erde gemacht, da explodiert der blaue Planet. Der homo sapiens existiert nicht mehr, allein übrig ist Andrij als sprichwörtlicher last man standing. Nur Maxim, die Stimme seines Bordcomputers (Leonid Popadko), bleibt ihm noch. Doch plötzlich lässt sich im Äther des Weltraums eine weitere hören. Sie spricht Französisch und gehört Catherine, die in einem Wettersatelliten in der Nähe des Saturn festsitzt. Das erinnert ein bisschen an Adam und Eva und Andrij setzt auch sofort alles daran, mit seinem lädierten Raumschiff den Wettersatelliten zu erreichen. „U Are the Universe“ ist das Spielfilmdebüt des ukrainischen Regisseurs Pawlo Ostrikow. Dem Filmemacher standen nur bescheidene Mittel zur Verfügung, aber dieser Mangel wirkt sich eher positiv aus. Er verstärkt den Eindruck der Wirklichkeitsnähe. Ein Mann, ein Raum, zwei Stimmen, mehr braucht es nicht in dieser minimalistischen Situation. Wolodymyr Krawtschuk spielt den einsamen Raumfahrer als nahbaren Durchschnittsmenschen ohne großen Zinnober und auch Catherine, gesprochen von Alexia Depicker, entwickelt eine erstaunliche Präsenz. Eine ambitionierte Science-Fiction-Romanze, die bedingungslos festhält an der Hoffnung und am Glauben an die Liebe.

Ukraine 2024, Regie: Pawlo Ostrikow, Darsteller: Wolodymyr Krawtschuk, Alexia Depicker, Leonid Popadko, ab 12, 90 min

5.11. | Kung Fu in Rome

18.00/20.30

Die Chinesin Mei hat von klein auf Kung-Fu gelernt, das erfahren wir gleich zu Beginn. Auf der Suche nach ihrer entführten Schwester verschlägt es Mei in ein römisches Bordell, wo die Puffmutter ihr auf die Frage nach dem Verbleib ihrer Schwester keine Auskunft geben will. Kurzerhand zerlegt Mei das gesamte Etablissement und herbei stürzende Bodyguards werden in siedendheißem Speiseöl gegrillt. Die Heldin dieses Films, verkörpert von der Stuntfrau Yaxi Liu, ist eine Seelenverwandte von Uma Thurman aus „Kill Bill“. Man fragt sich, was nach diesem atemberaubenden Kampfballett-Intro überhaupt noch kommen soll. Nun, der italienische Regisseur Gabriele Mainetti holt erst einmal tief Luft, um dann eine abenteuerlich-verdrehte , bisweilen hinreißend absurde Martial Arts- Liebesgeschichte einzufädeln. Mei verliebt sich nämlich in den Koch Marcello (Enrico Borello), der allerdings auch erst einmal spüren muss, was eine Handkante ist. Ein furioser italienisch-chinesischer Genre-Mix aus Kung-Fu-Action und interkultureller Liebesgeschichte.

Italien 2025, Regie: Gabriele Mainetti, Darsteller: Yaxi Liu, Enrico Borello, Shanshan Chunyu, ab 16, 138 min

12.11. | Hannah Arendt – Denken ist gefährlich

18.00/20.30

Hannah Arendt ist eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Kurz vor ihrem 50. Todestag am 4. Dezember 2025 kommt nun ein Dokumentarfilm über diese faszinierende Persönlichkeit in die Kinos; Nina Hoss verleiht ihr ihre Stimme. Als die junge Hannah Arendt in den 1920-er Jahren ihr Philosophie-studium in Marburg aufnimmt, betritt Adolf Hitler die politische Bühne. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 beherbergt sie verfolgte Kommunisten in ihrer Berliner Wohnung; sie wird denunziert und verhaftet. Nach ihrer Freilassung flieht sie nach Paris, nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich 1940 gelingt ihr die Flucht in die USA. Arendt mischt sich dort in die politischen Debatten ein. Die McCarthy-Ära, der Vietnamkrieg und die Watergate-Affäre beschäftigen sie und sie warnt vor der Krise der amerikanischen Demokratie. Der Film der Regisseure Jeff Bieber und Chana Gazit stützt sich auf eingesprochene Zitate aus Arendts Schriften, Briefen und Gedichten sowie auf Fotos von ihr und Menschen, die ihr nahestanden. Ausschnitte aus Fernsehinterviews, Einschätzungen von Weggefährten und Einordnungen heutiger Wissenschaftler ergänzen dieses persönliche Material. Ein sehenswerter Film über eine Philosophin und Publizistin, die voller Lebensmut steckte und deren Gedanken noch immer aktuell sind.

Deutschland/USA 2025, Regie: Jeff Bieber und Chana Gazit, Dokumentarfilm, Stimme Nina Hoss, ab 12, 86 min

16.11. | Bremerhaven im Film

11.00 Uhr – Matinée

Mirko Becker aus dem Landesfilmarchiv Bremen präsentiert seltene Amateur- und Werbefilme aus Bremerhaven, aufgenommen zwischen den 1930er und 1980er Jahren auf 8- bis 35mm-Film.

Die neu digitalisierten Aufnahmen aus den Beständen des Landesfilmarchivs erzählen auf sehr persönliche Weise vom Leben in der Seestadt: vom Alltag, von Spaziergängen und besonderen Momenten.
Ergänzt werden sie durch historische Werbefilme, die zeigen, wie sich Bremerhaven in Deutschland und der Welt präsentierte.

So entsteht ein eindrucksvolles filmisches Panorama, das den Wandel der Stadt über viele Jahrzehnte hinweg lebendig macht – und einen einzigartigen Blick auf das Bremerhaven vergangener Zeiten eröffnet.

Programmdauer: ca. 70 Minuten

19.11. | Was uns verbindet

18.00/20.30

Die Mittfünfzigerin Sandra (Valeria Bruni Tedeschi) ist eine unabhängige Frau, die sich bewusst für ein Leben ohne Mann und Kinder entschieden hat. Ihr Lebensinhalt ist die Führung eines feministischen Buchladens. Nebenan wohnt der sechsjährige Elliott (Cesar Botti) mit seinen Eltern. Sandra und Elliott freunden sich an, schnell wird sie zur wichtigen Bezugsperson für die ganze Familie.Als Elliotts Mutter Cecile bei der Geburt ihres Kindes stirbt und der Vater Alex (Pio Marmais) alleine mit Elliott und dem Säugling dasteht, ist Sandra noch mehr gefordert. Valeria Bruni Tedeschi glänzt in ihrer Rolle als stille und dann wieder aufgekratzt-phantasievolle Sandra ebenso wie Pio Marmais als überforderter Vater und Cesar Botti als aufgeweckter Junge, der in Sandra keinen Mutterersatz sucht, sondern eine erwachsene Freundin findet. Der Regisseurin Carine Tardieu ist ein bezaubernder Film gelungen, ein einfühlsames Drama über Verlust und Trauer, Hoffnung und Freiheit.

Frankreich 2024, Regie: Carine Tardieu, Darsteller: Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmais, Cesar Botti, ab 6, 106 min

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