2.7. | Sieben Tage

18.00/20.30

„Sieben Tage“ erzählt die Geschichte von Maryam, Behnam und ihren Kindern Dena und Alborz. Die iranische Familie trifft sich für ein paar, nach außen hin, unbeschwerte Tage. Der Ort ihrer Zusammenkunft an der iranisch-türkischen Grenze deutet jedoch bereits hin auf eine ganz besondere Familiensituation. Maryam (Vishka Asayesh) ist eine Menschenrechtsaktivistin und politische Gefangene; aus medizinischen Gründen hat sie sieben Tage Hafturlaub erhalten. Was sie nicht weiß: Ihr Mann und ihr Bruder planen ihre Flucht über die türkische Grenze. Dennoch ahnen sie, dass Maryam nicht fliehen wird, sondern ihren Kampf aus dem Gefängnis im Iran weiterführen will. Voller Zärtlichkeit und in Bildern von schmerzhafter Intensität zeigt der deutsch-iranische Regisseur Ali Samadi Ahadi die Zerrissenheit Maryams und die Enttäuschung ihrer Familie. Die Geschichte ist angelehnt an das Schicksal der Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi und widmet sich dem immer wieder aktuellen Thema: Was macht ein Regime wie das iranische mit den Menschen? Wie weit geht persönlicher Widerstand und zu welchem Preis?

Deutschland 2024, Regie: Ali Samadi Ahadi, Darsteller: Vishka Asayesh, Majid Bakhtiari, Tanaz Molaei, Sam Vafa, ab 12, 110 min

9.7. | Islands

18.00/20.30

Tom (Sam Riley) arbeitet als Tennistrainer in einer Hotelanlage auf Fuerteventura. Früher war er ein vielversprechender Profi, heute übt er mit Urlaubern Aufschläge. Die Nächte verbringt er mit jeder Menge Alkohol in den Touristendiscos. Sam Riley gibt diesen gelangweilten Tagedieb mit aufgerauhter Stimme, wuschigem Haar und Dreitagebart. Man könnte ihn für einen Lebenskünstler halten, der dort arbeitet, wo andere Urlaub machen.Tatsächlich aber ist er ein Gestrandeter, der bestens passt in diesen Hotelkomplex aus Beton mit funktionalem Tennisplatz, spärlich besetzter Rezeption und düsteren Zimmern. Mit dem britischen Touristenehepaar Anne (Stacy Martin) und Dave (Jack Farthing) samt siebenjährigem Sohn kehrt die Dynamik zurück in Toms monotonen Alltag.Nach einer volltrunkenen Nacht verschwindet Dave spurlos und Tom hilft der scheinbar ratlosen Anne bei der Suche. Der Regisseur Jan-Ole Gerster verbindet sein Urlaubs-Familiendrama unter gleißender Sonne geschickt mit klassischen Film-Noir-Motiven. Da sind eine blonde femme fatale und ein traurig-fieser Ehemann, ein kühler Kommissar und der versoffene Gelegenheitsdetektiv Tom, der zwischen sämtliche Fronten gerät – halb Hitchcock-Held, halb Raymond Chandler-Schnüffler.

Deutschland 2025, Regie: Jan-Ole Gerster, Darsteller: Sam Riley, Stacy Martin, Jack Farthing, Dylan Torrell, ab 6, 123 min

16.7. | Der phönizische Meisterstreich

18.00/20.30 (20.30: englischsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln)

Der zwielichtige Unternehmer Zsa-Zsa Korda (Benicio del Toro) hat es zu großem Vermögen gebracht, sich dabei aber auch so einige Feinde gemacht. Um sein Lebenswerk zu vollenden, plant er die Errichtung von „Korda-Land“, einem riesigen Infrastrukturprojekt im Nahen Osten. Es gilt, Investoren zu gewinnen und zugleich die Attacken von Terroristen und feindlichen Regierungen abzuwehren. Dabei helfen sollen ihm seine Tochter Liesel (Mia Threapleton), die er zu seiner Alleinerbin auserkoren hat sowie sein Assistent Björn (Michael Cera). Der neue Film des Regisseurs Wes Anderson stellt als Grundmotiv die Frage nach moralischem Handeln im kapitalistischen Geschäftsgebaren. Man kann aber auch einfach seinen Spaß haben an den skurrilen Charakteren , den zahlreichen ulkigen Szenen und Running Gags sowie dem wieder bis in die Nebenrollen starbesetzten Ensemble. In das absurde Geschehen mischt sich allerdings auch ein bissiger, makabrer Humor und eine für Anderson ungewohnte stilisierte Brutalität, der gerade die Hauptperson ein ums andere Mal zum Opfer fällt. Ein typischer Wes Anderson in Pastellfarben, mit Retro-Charme und Szenen, die wie bewegliche Gemälde oder Fotoabzüge wirken – ein visuelles Kunstwerk und kurzweiliges Vergnügen.

USA 2025, Regie: Wes Anderson, Darsteller: Benicio Del Toro, Mia Threapleton, Michael Cera, ab 12, 101 min

Die 20.30-Vorstellung wird in der englischsprachigen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.

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