
18.00/20.30
Fatima (Nadia Melliti) führt das normale Leben einer 17-jährigen. Sie ist eine gute Schülerin, hängt mit ihren Freunden ab, albert herum mit ihren älteren Schwestern und ihren Eltern in der kleinen Wohnung in einem Pariser Vorort. Dennoch brodelt es in der jungen Frau. Als gläubige Muslimin ist sie den religiösen Traditionen verpflichtet und das verträgt sich nicht mit ihrem Gefühl Frauen zu lieben. Fatima will sich ihre sexuelle Neigung zunächst nicht eingestehen; erst als sie die Koreanerin Ji-Na (Ji-Min Park) kennenlernt, öffnet sie sich und beginnt, ihre Sexualität zu akzeptieren und zu genießen. Mit „Die jüngste Tochter“ verfilmt die Französin Hafsia Herzi sehr frei den autofiktionalen Roman von Fatima Daas. Sie erzählt nuanciert und einfühlsam von den inneren, unausgesprochenen Konflikten und dies ohne jeden Voyeurismus, dafür mit langsamen, intensiven Bildern von Berührungen und Bewegungen, die stets ganz nah an den Protagonistinnen sind. Das stille Drama über eine junge Frau zwischen Tradition und Selbstfindung gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Queer Film Award und Nadia Melliti den Preis als beste Darstellerin.
Frankreich 2025, Regie: Hafsia Herzi, Darsteller: Nadia Melliti, Ji-Min Park, Amina Ben Mohamed, ab 12, 106 min
