
18.00/20.30
Ein namenloser junger Mann (Kazunari Ninomiya) steigt in Tokio aus der U-Bahn aus und strebt dem Ausgang der Station zu – doch er kann ihn nicht finden. Keine Tür, keine Treppe, stattdessen kommt er immer wieder an denselben Schließfächern vorbei. Wird er ewig im Kreis laufen? „Exit 8“ ist die Verfilmung des gleichnamigen japanischen Computerspiels und das geht so: „Du bist in einer endlosen Untergrundpassage gefangen. Beobachte Deine Umgebung mit äußerster Sorgfalt und finde Ausgang 8.“ Es gilt, klitzekleine Abweichungen zu erkennen, die den Weg weisen aus der Endlosschleife. In der Filmadaption des Regisseurs Genki Kawamura begegnet die Hauptfigur immer wieder einem älteren Mann (sein gealtertes Ich?), der die Schleife offenbar seit Jahrzehnten wie ein Roboter durchläuft. Und dann ist da noch der kleine Junge (sein ungeborener Sohn?) – weiß der vielleicht den Weg nach draußen? „Exit 8“ ist die filmische Umsetzung der Angst eines jungen Mannes vor der Vaterschaft, die ihn mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Der weicht er aus, indem er sich in eine endlose Schleife flüchtet. Diese beklemmende Situation ist typisch für japanische Regisseure, die absurd erscheinende Ideen spielerisch aufgreifen, um sie dann konsequent auf die Spitze zu treiben. Ein psychedelischer Horror-Mysterythriller der besonderen Art.
Japan 2025, Regie: Genki Kawamura, Darsteller: Kazumari Ninomiya, Yamato Kochi, Nana Komatsu, ab 12, 95 min
