
18.00
mit einer Einführung von Steffen Liebsch (Kommunales Kino)
Der Film handelt vom sozialen Abstieg des Portiers des Atlantic-Hotels, der zum Toilettenwärter degradiert wird. Er verliert die prächtige Uniform, die seinen Stolz ausmacht und damit auch die Anerkennung und den Respekt seiner Nachbarn und Familie. Das überraschend positive Ende wurde dem Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau von der Produktionsfirma Ufa aufgezwungen. Deren Chef Erich Pommer begründete das später so: „Wir fügten das Happy-End hinzu, weil sonst der Film so wie das wirkliche Leben gewesen wäre und zu einem kommerziellen Misserfolg geführt hätte,“ Murnau inszenierte das Ende dann aber so märchenhaft und übertrieben, dass es als ironischer Kommentar verstanden werden kann und bereits bei der Uraufführung im Berliner Ufa-Palast am Zoo am 23.Dezember 1924 als solcher erkannt wurde. Der Film gilt als Meilenstein des deutschen Stummfilms, dies wegen der Kameraführung („entfesselte Kamera“) und da er fast ohne erklärende Zwischentitel auskommt, Für Emil Jannings bedeutete seine Darstellung des Portiers in diesem Sozialdrama den Durchbruch zum Charakterdarsteller.
Deutschland 1924, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, Darsteller: Emil Jannings, Maly Delschaft, Hans Unterkircher, ohne Altersbeschränkung, 90 min
Der Stummfilm wird live am Klavier begleitet durch den Bremerhavener Musiker und Komponisten Guido Solarek.
