
18.00/20.30
Die 20.30 Uhr-Vorstellung wird in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Der Film setzt 1917 ein. Lionel (Paul Mescal) studiert am New England Conservatory in Boston. Dort begegnet er David (Josh O’Connor), einem etwas älteren Studenten, der sich leidenschaftlich für amerikanische Volkslieder interessiert. Zwischen beiden entsteht rasch eine intime Verbindung, die aber jäh endet, als David zum Militär eingezogen wird. Erst Jahre später meldet sich David wieder, er lädt Lionel ein, ihn auf einer Forschungsreise zu begleiten. Mit einem tragbaren Phonographen ziehen sie durch abgelegene Gegenden Neu-Englands, besuchen Bauernhäuser und kleine Gemeinden, um dort traditionelle Volkslieder auf Wachszylindern aufzunehmen. Als mündliche Geschichtsschreibung wollen sie die Stimmen aus Küchen, Kirchen und Hinterhöfen, Balladen über Liebe, Mord oder Trauer für die Nachwelt erhalten. Am Ende der Reise trennen sich ihre Wege erneut. Lionel geht nach Europa, arbeitet in Rom und später in Oxford, doch die Erinnerung an David bleibt eine stille Konstante seines Lebens. Der südafrikanische Regisseur Oliver Hermanus erzählt diese Geschichte mit ausgeprägter Zurückhaltung. Seine Inszenierung vermeidet große Gesten, setzt stattdessen auf Blicke, Pausen und Musik. Die Kamera taucht Wälder, Farmhäuser und winterliche Landschaften in gedämpfte Farben, die Bilder wirken bisweilen wie Gemälde des amerikanischen Realismus. Eine intensive Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die sich auf die Liebe zur Musik gründet.
USA/Großbritannien 2025, Regie: Oliver Hermanus, Darsteller: Paul Mescal, Josh O’Connor, Chris Cooper, ab 6, 128 min
