18.6. | Amateur-Kurzfilme aus Bremerhaven

18.00

Im Rahmen des Bremerhavener Kultursommers / Eintritt frei

Das Landesfilmarchiv Bremen zeigt historische Amateurfilme aus Bremerhaven. Die 8mm-Filme stammen aus privaten Sammlungen und erzählen auf ganz persönliche Weise vom Leben in der Seestadt, vom Alltag, von Festen, Spaziergängen und besonderen Momenten. Ein liebevoller und manchmal überraschender Blick auf das Bremerhaven vergangener Jahrzehnte – direkt aus der Perspektive der Menschen, die hier gelebt haben. / Laufzeit ca. 30 min

Präsentiert und kommentiert durch Mirko Becker (Landesfilmarchiv Bremen)

18.06. | Filmstunde 23

Im Rahmen des Bremerhavener Kultursommers /
Eintritt frei

18.30

1968 gab der damals 35-jährige Dokumentarfilmer Edgar Reitz einer achten Klasse eines Münchener Mädchengymnasiums Filmunterricht. Filmästhetik als eigenständiges Fach, das hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Nach einer gründlichen – mehr inhaltlichen als technischen – Anleitung verteilte Reitz Super-8-Kameras an die Schülerinnen und ließ sie damit in selbst gewählten Arbeitsgruppen kleine Filme nach eigenem Gusto realisieren, die von Dokumentationen bis zur Satire erstaunlich vielfältig ausfielen. 2023, über ein halbes Jahrhundert später, kommt es zu einem Wiedersehen der ehemaligen Schülerinnen mit dem mittlerweile neunzig Jahre alten Regisseur. Der Dokumentarfilmer Jörg Adolph begleitet das Treffen und .lässt die Damen auf ihre damaligen Erfahrungen zurückblicken. Montiert aus einer Dokumentation über des Projekts von 1968 und dem gefilmten Wiedersehen 2023 entsteht eine Art Langzeitbelichtung eines halben Jahrhunderts Filmgeschichte und eine Liebeserklärung an das Filmemachen selbst.. 55 Jahre liegen zwischen 1968 und 2023; das führt ganz automatisch zu prägnanten Einsichten über mediale Umbrüche. 1968 gab es in einer analogen Bilderwelt nur drei öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme – der Gegensatz zur digitalen Bild- und Informationsflut 2023 könnte nicht größer sein.

Deutschland 2024, Regie: Edgar Reitz, Jörg Adolph, Dokumentarfilm, ohne Altersbeschränkung, 89 min

18.6. | Black Bag – Doppeltes Spiel

20.30

Der britische Geheimdienst erfährt, dass Informationen über ein streng geheimes Programm mit dem Codenamen „Severus“ nach außen durchgesickert sind. Agent George Woodhouse (Michael Fassbender) erhält den Auftrag, den Maulwurf in den eigenen Reihen zu enttarnen. Nur eine Handvoll enger Kollegen kommt dafür infrage, darunter pikanterweise auch Georges Ehefrau Kathryn (Cate Blanchett). George lädt alle fünf zum Abendessen ein; in die Speisen hat er jedoch ein Mittel gemischt, das die Hemmschwelle senkt. Die Konversation beim Dinner eskaliert und bringt unangenehme Geheimnisse ans Licht, aber keine Hinweise auf „Severus“. Die Stimmung innerhalb des Teams ist daraufhin naturgemäß vergiftet. Wer lügt, wer manipuliert wen? Und wem kann George bei der Suche nach der undichten Stelle überhaupt noch trauen? „Black Bag“ des US-Regisseurs Steven Soderbergh ist ein clever konstruierter Thriller, ruhig, aber brodelnd, mit messerscharfe Dialogen und Humor. Der Film blieb an den Kinokassen in den USA und Großbritannien weit hinter den Erwartungen zurück – ein größerer Erfolg hierzulande wäre Soderberghs Werk zu wünschen.

Großbritannien 2025, Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: Michael Fassbender, Cate Blanchett, Tom Burke, ab 12, 99 min

englischsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln

25.06. | Ich will alles – Hildegard Knef

18.00/20.30

Mit ihren Rollen in den deutschen Nachkriegsfilmen „Die Mörder sind unter uns“ (1946) und „Die Sünderin“ (1950) stieg Hildegard Knef zum ersten deutschen Filmstar nach dem Krieg auf und eroberte dann auch Mitte der 1950-er Jahre den Broadway. Ab 1963 gelang ihr der Durchbruch als gefeierte Chansonsängerin. Der Dokumentarfilm von Luzia Schmid lässt vorrangig die Künstlerin selbst zu Wort kommen, in Sätzen aus ihren autobiographischen Büchern – gesprochen aus dem Off von Nina Kunzendorf. Daneben sieht man sie in Fernseh-Interviews sowie in Konzert- und Filmausschnitten. Der Filmtitel verrät dabei viel über den Selbstbehauptungswillen dieser Frau: „Ich habe Ehrgeiz, werde ihn behalten. Er begleitet mich wie eine Liebe, die gute und schlechte Tage hat.“

Deutschland 2025, Regie: Luzia Schmid, Dokumentarfilm, ab 12., 98 min

30.06. | The Peanut Butter Falcon 

Inklusives Filmfestival

18.00 Uhr

USA 2019, 93 Min.
R: Tyler Nilson, Michael Schwartz
D: Zack Gottsagen, Shia LaBeouf, Dakota Johnson, Bruce Dern, u. a.

Ein flüchtiger Kleingauner und ein junger Mann mit Down Syndrom begeben sich in diesem hoch gelobten Independent-Film auf einen Trip durch die amerikanischen Süd- staaten. Es geht darin um Zak, einen Mann mit Down Syndrom, der aus einem Pflegeheim in North Carolina türmt, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen: Den Besuch der Wrestlingschule. Kurz nach seinem Ausbruch landet er als blinder Passagier im Boot eines illegalen Krabbenfischers, der sich ebenfalls auf der Flucht vor ein paar rachsüchtigen Rivalen befindet. Die stimmungsvolle Kameraarbeit und das leichtfüßige Zusammenspiel der Akteure verleihen dem Film eine Atmosphäre zwischen Märchenhaftigkeit und poetischem Realismus, der man sich kaum entziehen kann.
Selbst kleine Rollen sind mit großen Schauspielern wie Bruce Dern, Thomas Haden Church und John Hawkes besetzt.

Abschlussveranstaltung mit Live-Musik

7.5. | Sing Sing

18.00/20.30

Die 20.30-Vorstellung wird im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

„Sing Sing“, der neue Film des Regisseurs Greg Kwedar, spielt im titelgebenden Hochsicherheitsgefängnis unweit von New York und handelt von Flucht – allerdings nicht im konventionellen Sinne eines spektakulären Ausbruchs, sondern im Sinne einer geistigen Befreiung. Der Film schildert die Arbeit des real existierenden Projekts Rehabilitation Through the Arts, mit dem Häftlingen durch die Teilnahme an einem Theaterprogramm die spätere Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden soll. Es geht mitten hinein in die Vorbereitungen zu einem neuen Stück. Hartgesottene Kerle sitzen da zusammen und diskutieren, ob sie lieber Shakespeare oder eine leichte Komödie einstudieren wollen. Das wirkt weder pathetisch noch albern, sondern bewegend. Insbesondere die rauhen 16-mm-Handkamerabilder von Pat Scola verleihen dem Film eine beinahe dokumentarische Unmittelbarkeit. Und dass die Teilnehmer fast alle von realen Ex-Häftlingen verkörpert werden, lässt die Geschehnisse ganz besonders intensiv wirken. „Sing Sing“ zeigt Männer, die es gewohnt sind, sich über Stärke und Dominanz zu behaupten, die sich im Verlauf des Projekts jedoch immer mehr öffnen und über ihre Rollen auch sich selbst hinterfragen. „Zorn ist einfach“, heißt es bei einer Probe, „aber Verletzlichkeit muss man zulassen.“ Kurze Szenen des Gefängnisalltags zwischen Hofgang und Bewährungsanhörung erinnern zwischendurch an den ernsten Hintergrund, aus dem das spielerische Projekt erwuchs. Im Jahr 2012 stand mit dem italienischen Film „Cäsar muss sterben“ ein ganz ähnliches Werk im Wettbewerb der Berlinale – jetzt gibt es die US-amerikanische Version.

USA 2023, Regie: Greg Kwedar, Darsteller: Colman Domingo, Clarence Maclin, Sean San Jose, ab 12, 107 min

14.5. | Das Licht

17.30 / 20.30

Es geht ihr eigentlich ganz gut, der Familie Engels: Papa Tim (Lars Eidinger) führt das große Wort in einer Werbeagentur, Mutter Milena (Nicolette Krebitz) pendelt gestresst zwischen Berlin und Nairobi hin und her, wo sie ein Theaterprojekt für kenianische Kinder auf die Beine stellt. Ihre 17-jährigen Kinder sind typische Teenager: Jon (Julius Gause) spielt tagelang in seinem zugemüllten Zimmer ein Multiplayer-Computerspiel und Zwillingsschwester Frieda (Elke Biesendörfer) zieht mit Freunden drogenschluckend nachts durch die Clubs und hängt sich morgens mit ihnen demonstrativ an eine Autobahnbrücke, um auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen. Jeder von ihnen ist so beschäftigt mit sich, dass sie die Leiche auf dem Fußboden hinter dem Küchentisch erst mit Verspätung bemerken. Ihre polnische Putzfrau Maya erlag bei der Arbeit einem Herzinfarkt. Mit der aus Syrien geflüchteten Farrah (Tala Al-Deen) kommt eine neue Haushaltshilfe in ihr Leben. Die knüpft bald zu jedem einzelnen von ihnen ein besonderes Band, während sie gleichzeitig Linderung für ihr eigenes Trauma sucht. Der Regisseur Tom Tykwer streckt seine Fühler nach allen Seiten aus. Thematisch wagt er den vollen Mix der akuten Weltlage und ihrer Multikrise; er spricht Generationenkonflikte und Klimaaktivismus ebenso an wie digitale Überfütterung, Rentenprobleme, sexuelle Frustration und Migration. Die Besserwisser-Perspektive nimmt er dabei nicht ein, sondern bleibt ganz auf der Seite seiner Figuren, wirbt gleichsam um Nachsicht und Verständnis für sie. Ein stimmungsvolles Stück Kino, das im besten Sinne die breite Leinwand füllt. Und immer wieder filmt Tykwer Berlin; wie einst in „Lola rennt“ fängt er mit einem ganz besonderen Gespür für Drehorte die Stadt ein, wie man es in dieser Authentizität selten sieht.

Deutschland 2025, Regie: Tom Tykwer, Darsteller: Lars Eidinger, Nicolette Krebitz, Tala Al Deen, ab 12, 162 min

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