27.3. | The Holdovers

18.00/20.30

Schnee verwandelt das Schulgelände des Elite-Internats der Barton Academy in eine malerische Winterlandschaft. Doch nicht jeder ist in Weihnachtsstimmung. Der unbeliebte Lehrer Mr. Hunham (Paul Giamatti) wurde verpflichtet, die Schüler zu beaufsichtigen, die nicht zu ihren Familien fahren können. Nach ein paar Tagen ist nur noch ein Schüler übrig, der rebellische Angus (Dominic Sessa), der eigentlich mit seiner Mutter im Strandurlaub sein wollte. Die Dritte im Bunde ist die fürsorgliche und um ihren Sohn trauernde Schulköchin Mary (Da’Vine Joy Randolph). Die ebenso einfach wie klug gezeichneten Figuren müssen lernen, über ihre Trauer, ihren Groll und ihre Selbstverachtung hinauszuwachsen. Der College-Tragikomödie des Regisseurs Alexander Payne haftet ein warmes Retro-Feeling an. Die Geschichte spielt Weihnachten 1970 und bietet den entsprechenden Soundtrack mit melancholischen Classic-Rocksongs von Cat Stevens bis zur Allman Brothers Band. Der Oscar-Preisträger Payne präsentiert eine Geschichte über drei einsame, vom Schicksal zusammengewürfelte Menschen. Eine melancholische Grundstimmung bestimmt den Film, angereichert mit jeder Menge witziger Momente und dargeboten von einem erstklassigen Schauspieler-Ensemble.

USA 2023, Regie: Alexander Payne, Darsteller: Paul Giamatti, Da’Vine Joy Randolph, Dominic Sessa, ab 12, 133 min

Beide Vorstellungen werden im Original mit Untertiteln gezeigt.

20.3. | Schwarze Adler

18.00/20.30

Der Filmemacher Torsten Körner widmet sich in seiner Dokumentation „Schwarze Adler“ dem Thema Rassismus gegenüber dunkelhäutigen Fußballspielern, der oft im Jugendbereich beginnt und selbst im Trikot der Nationalmannschaft noch lange nicht aufhört. Er lässt in seinem Dokumentarfilm schwarze Spieler und Spielerinnen aus mehreren Generationen zu Wort kommen, um ihre eigene Geschichte zu erzählen. Erwin Kostedde, Sohn einer deutschen Mutter und eines US-Soldaten, debütierte in den 70er Jahren im DFB-Trikot. Jimmy Hartwig wurde in den 80er Jahren zur Legende beim Hamburger SV, Anthony Baffoe spielte beim 1.FC Köln und Fortuna Düsseldorf. Aus der Perspektive der Frauen spricht die Nationalspielerin Steffi Jones. Es sind bedrückende Geschichten, die Regisseur Körner hier versammelt hat. Was zum Beispiel Gerald Asamoah, zehn Jahre Spieler bei Schalke 04, zu berichten weiß, geht unter die Haut. Und dennoch gibt es Hoffnung: Die Profis Patrick Owomoyela und Jean-Manuel Mbom, die im weltoffenen Umfeld von Werder Bremen ausgebildet wurden, haben entsprechende Erfahrungen kaum gemacht. Dennoch gibt es in den Fußballstadien des Hier und Jetzt noch immer rassistische Vorfälle, von Aachen bis Aue, vom großen Derby vor 50.000 Zuschauern bis zum Provinzkick in der Regionalliga. Torsten Körner legt den Finger in diese Wunde der deutschen Gesellschaft, sehr deutlich und sehr eindringlich.

Deutschland 2021, Regie: Torsten Körner, Dokumentation, 106 min

Kooperation mit dem AWO-Kreisverband Bremerhaven zum Internationalen Tag gegen Rassismus. Eintritt frei. Zur 18 Uhr-Vorstellung sind Gäste angefragt. Anmeldungen unter:

Kino@awo-bremerhaven.de oderTel. 0471 / 30 05 23 92

13.3. | Ein ganzes Leben

18.00/20.30

Im Rahmen der Literarischen Wochen
in Kooperation mit der Volkshochschule Bremerhaven

Die österreichischen Alpen um 1900: Ein schönes Leben hat er nicht gerade, der Waisenjunge Andreas Egger (Ivan Gustafik) auf dem Hof des Bauern Kranzstocker (Andreas Lust). Der nimmt den Jungen zwar auf, spart bei seiner Erziehung aber nicht mit Strenge und auch nicht mit Schlägen. Erwachsen geworden, pachtet Egger (jetzt Stefan Gorski) von seinem Ersparten eine schlichte Holzhütte hoch oben in den Bergen, wo er sich und seiner großen Liebe Marie (Julia Franz Richter) ein neues Zuhause schafft. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Hitler stürzt Europa in den Zweiten Weltkrieg und Andreas wird zur Wehrmacht einberufen. An die Ostfront gejagt, gerät er im Kaukasus in russische Gefangenschaft. Als er Jahre später in seine Heimat zurückkehrt, ist die eine andere geworden. Elektrizität, Traktoren und der Tourismus haben Einzug gehalten, Reisebusse bringen Wanderer und Bergsteiger und im Winter kommen die Skifahrer. Doch auch damit arrangiert sich der alt gewordene Egger (mittlerweile gespielt von August Zirner). Der Regisseur Hans Steinbichler hat sich für die Darstellung dieses „ganzen Lebens“ des gleichnamigen Erfolgsromans von Robert Seethaler angenommen. Gekonnt überträgt er den unaufgeregten Geist des Buches auf die Leinwand. Steinbichler schildert das harte Leben eines letztlich zufriedenen Eigenbrötlers und es gelingt ihm, das Innenleben dieses wortkargen, aber warmherzigen Mannes in Bildern der imposanten und gewaltigen Berglandschaft erlebbar zu machen.

Österreich/Deutschland 2023, Regie: Hans Steinbichler, Darsteller: Ivan Gustafik, Stefan Gorski, Julia Franz Richter, August Zirner, Andreas Lust, ab 12, 115 min

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