
18.00/20.30
Ein Soldat taucht nach dem Dreißigjährigen Krieg in einem abgelegenen Dorf auf. Doch es ist Rose, die sich als Mann ausgibt, weil sie darin die einzige Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Leben sieht, „Obwohl als Weibsperson geboren, dem zum Trotz unter falschem Nam‘ als Mannsbild sich betragen“, sagt die sanfte Stimme aus dem Off (Marisa Growaldt), die mit ihrer altertümlich bedächtigen Sprache in diesem Film noch des öfteren zu hören sein wird. Zunächst funktioniert die Verstellung ganz gut, obwohl die Dorfbewohner den Neuankömmling zunächst misstrauisch beäugen. Erst als Rose einen Bären erlegt, der die Schafe der Bauern bedroht, wird das besser. Es könnte so weiter gehen, doch Rose reicht der kleine Hof nicht, den sie bewirtschaftet. „Aber ist der Notwendigkeit Genüge getan, stellt sich gern der Wunsch ein nach mehr“, warnt die samtige Stimme aus dem Off. Ein Stück Land, auf das Rose es abgesehen hat, will der besitzende Großbauer (Godehard Giese) nur im Tausch gegen die Ehe mit seiner Tochter Suzanna (Caro Braun) hergeben und damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer hat für seinen Film etwa 300 Schicksale von Frauen aus drei Jahrhunderten recherchiert, die sich als Männer ausgaben, um den eisernen Zwängen der patriarchalen Gesellschaft zu entkommen. Verdichtet in den Lebenslauf einer einzigen Frau im 17. Jahrhundert zeigt „Rose“ mit der Darstellung von Gewalt an und Diskriminierung von Frauen zugleich, dass das Streben nach weiblicher Selbstbestimmung auch heute noch aktuell ist.
Österreich/Deutschland 2025, Regie: Markus Schleinzer, Darsteller: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese, schwarz-weiß, ab 12, 94 min
