
18.00/20.30
Die 16-jährige Lea (Frida Hornemann), mit einer schönen Singstimme begabt, hat es in die Vorrunde einer TV-Castingshow in München geschafft. Doch sie ist keine Selbstdarstellerin und weiß nicht, wie sie sich geschickt in Szene setzt. Und Leas familiäre Lebensumstände eignen sich auch nicht gerade für eine „Home Story“, die das Fernsehteam gerne erzählen möchte. Ihre Eltern haben sich vor kurzem getrennt, da ihre Mutter (Gina Henkel) ein Kind von einem anderen Mann erwartet. Die Sechzehnjährige lebt nun mit ihrem Vater (Max Riemelt) im Waldhotel der Großeltern. Das ist allerdings in die Jahre gekommen und außerdem insolvent. Dann ist da noch ihre Tante Kati, die das Museum im Stadtschloss leitet. Ihr Geschichtskonzept stößt allerdings in der Familie auf wenig Gegenliebe. Es sind also einigermaßen turbulente Verhältnisse, die die Regisseurin Eva Trobisch hier ausbreitet. Atmosphärisch dicht und feinfühlig erzählt, umspannt der Film die Blickwinkel dreier Generationen. Die 1983 in Ost-Berlin geborene Filmemacherin siedelt die Handlung in der malerischen Residenzstadt Greiz im östlichen Thüringen an. Die Wahl des Schauplatzes sowie die Familienkonstellation mit all ihren Brüchen vor und nach dem Mauerfall werfen damit ein Schlaglicht auf historische und aktuelle ostdeutsche Lebensrealitäten.
Deutschland 2026, Regie: Eva Trobisch, Darsteller: Frida Hornemann, Eva Löbau, Rahel Ohm, ab 12, 116 min
