5.11. | Kung Fu in Rome

18.00/20.30

Die Chinesin Mei hat von klein auf Kung-Fu gelernt, das erfahren wir gleich zu Beginn. Auf der Suche nach ihrer entführten Schwester verschlägt es Mei in ein römisches Bordell, wo die Puffmutter ihr auf die Frage nach dem Verbleib ihrer Schwester keine Auskunft geben will. Kurzerhand zerlegt Mei das gesamte Etablissement und herbei stürzende Bodyguards werden in siedendheißem Speiseöl gegrillt. Die Heldin dieses Films, verkörpert von der Stuntfrau Yaxi Liu, ist eine Seelenverwandte von Uma Thurman aus „Kill Bill“. Man fragt sich, was nach diesem atemberaubenden Kampfballett-Intro überhaupt noch kommen soll. Nun, der italienische Regisseur Gabriele Mainetti holt erst einmal tief Luft, um dann eine abenteuerlich-verdrehte , bisweilen hinreißend absurde Martial Arts- Liebesgeschichte einzufädeln. Mei verliebt sich nämlich in den Koch Marcello (Enrico Borello), der allerdings auch erst einmal spüren muss, was eine Handkante ist. Ein furioser italienisch-chinesischer Genre-Mix aus Kung-Fu-Action und interkultureller Liebesgeschichte.

Italien 2025, Regie: Gabriele Mainetti, Darsteller: Yaxi Liu, Enrico Borello, Shanshan Chunyu, ab 16, 138 min

12.11. | Hannah Arendt – Denken ist gefährlich

18.00/20.30

Hannah Arendt ist eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Kurz vor ihrem 50. Todestag am 4. Dezember 2025 kommt nun ein Dokumentarfilm über diese faszinierende Persönlichkeit in die Kinos; Nina Hoss verleiht ihr ihre Stimme. Als die junge Hannah Arendt in den 1920-er Jahren ihr Philosophie-studium in Marburg aufnimmt, betritt Adolf Hitler die politische Bühne. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 beherbergt sie verfolgte Kommunisten in ihrer Berliner Wohnung; sie wird denunziert und verhaftet. Nach ihrer Freilassung flieht sie nach Paris, nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich 1940 gelingt ihr die Flucht in die USA. Arendt mischt sich dort in die politischen Debatten ein. Die McCarthy-Ära, der Vietnamkrieg und die Watergate-Affäre beschäftigen sie und sie warnt vor der Krise der amerikanischen Demokratie. Der Film der Regisseure Jeff Bieber und Chana Gazit stützt sich auf eingesprochene Zitate aus Arendts Schriften, Briefen und Gedichten sowie auf Fotos von ihr und Menschen, die ihr nahestanden. Ausschnitte aus Fernsehinterviews, Einschätzungen von Weggefährten und Einordnungen heutiger Wissenschaftler ergänzen dieses persönliche Material. Ein sehenswerter Film über eine Philosophin und Publizistin, die voller Lebensmut steckte und deren Gedanken noch immer aktuell sind.

Deutschland/USA 2025, Regie: Jeff Bieber und Chana Gazit, Dokumentarfilm, Stimme Nina Hoss, ab 12, 86 min

16.11. | Bremerhaven im Film

11.00 Uhr – Matinée

Mirko Becker aus dem Landesfilmarchiv Bremen präsentiert seltene Amateur- und Werbefilme aus Bremerhaven, aufgenommen zwischen den 1930er und 1980er Jahren auf 8- bis 35mm-Film.

Die neu digitalisierten Aufnahmen aus den Beständen des Landesfilmarchivs erzählen auf sehr persönliche Weise vom Leben in der Seestadt: vom Alltag, von Spaziergängen und besonderen Momenten.
Ergänzt werden sie durch historische Werbefilme, die zeigen, wie sich Bremerhaven in Deutschland und der Welt präsentierte.

So entsteht ein eindrucksvolles filmisches Panorama, das den Wandel der Stadt über viele Jahrzehnte hinweg lebendig macht – und einen einzigartigen Blick auf das Bremerhaven vergangener Zeiten eröffnet.

Programmdauer: ca. 70 Minuten

19.11. | Was uns verbindet

18.00/20.30

Die Mittfünfzigerin Sandra (Valeria Bruni Tedeschi) ist eine unabhängige Frau, die sich bewusst für ein Leben ohne Mann und Kinder entschieden hat. Ihr Lebensinhalt ist die Führung eines feministischen Buchladens. Nebenan wohnt der sechsjährige Elliott (Cesar Botti) mit seinen Eltern. Sandra und Elliott freunden sich an, schnell wird sie zur wichtigen Bezugsperson für die ganze Familie.Als Elliotts Mutter Cecile bei der Geburt ihres Kindes stirbt und der Vater Alex (Pio Marmais) alleine mit Elliott und dem Säugling dasteht, ist Sandra noch mehr gefordert. Valeria Bruni Tedeschi glänzt in ihrer Rolle als stille und dann wieder aufgekratzt-phantasievolle Sandra ebenso wie Pio Marmais als überforderter Vater und Cesar Botti als aufgeweckter Junge, der in Sandra keinen Mutterersatz sucht, sondern eine erwachsene Freundin findet. Der Regisseurin Carine Tardieu ist ein bezaubernder Film gelungen, ein einfühlsames Drama über Verlust und Trauer, Hoffnung und Freiheit.

Frankreich 2024, Regie: Carine Tardieu, Darsteller: Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmais, Cesar Botti, ab 6, 106 min

1.10. | Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

In Kooperation mit der Philosophischen Gesellschaft Bremerhaven anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums

18.00/20.30

Hannover im Jahr 1704: Der Haus- und Hofmaler Pierre Albert Delalandre (Lars Eidinger) soll im kurfürstlichen Schloss Herrenhausen den berühmten Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (Edgar Selge) porträtieren. Mit weitgehend vorgefertigten Gemälden angereist, will er diesen vor Ort nur noch das Gesicht einfügen. Leibniz gefällt dieses Vorgehen überhaupt nicht, es kommt zum Streit und Delalandre ergreift samt seinen Utensilien entnervt die Flucht. Im zweiten Anlauf stellt sich die, als Mann verkleidete, junge flämische Malerin Aaltje Van de Meer (Aenne Schwarz) im Schloss vor. Nach anfänglichen Dissonanzen entwickelt sich die mehrtägige Portrait-Sitzung zu einem vergnüglichen (Streit)gespräch über Gott, die Welt und die Wahrheit in der Kunst. Der Film der beiden Regisseure Edgar Reitz und Anatol Schuster ist ein Kammerspiel, das sich auf das als Atelier genutzte Arbeitszimmer des Philosophen beschränkt und nur hin und wieder den barocken Park des Schlosses einbezieht. Und „Leibniz“ ist ein Film der Bilder, der zurückgreift auf die Barockmaler Michelangelo da Caravaggio und Jan Vermeer.

Deutschland 2025, Regie: Edgar Reitz, Anatol Schuster, Darsteller: Edgar Selge, Aenne Schwarz, Lars Eidinger, ab 6, 104 min

Vor der 18.00 Uhr-Vorstellung gibt es eine Einführung durch den Vorstand der Philosophischen Gesellschaft.

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