Filmprogramm

9.10. | Was will der Lama mit dem Gewehr?

18.00/20.30

Die ganze Welt erstickt in Chaos und Krieg. Die ganze Welt ? Nein, in Bhutan, einem kleinen buddhistischen Königreich im Himalaya, ist die Welt noch in Ordnung. Bis der junge König auf die Idee kommt, sein Volk glücklich zu machen, indem er ihm zuerst Zugang zu Fernsehen und Internet gibt und dann auch noch demokratische Wahlen einführt. Wir sind doch schon glücklich, denken sich die Untertanen verwirrt. Es ist doch alles gut, wie es ist, wen oder was sollen wir wählen und warum überhaupt ? Da schickt der Lama aus seiner abgelegenen Meditationsklause einen Mönch los, damit der bis zum Vollmond ein paar Gewehre besorge; er wolle eine wichtige Zeremonie durchführen, es müsse wieder Frieden einkehren. Leichter gesagt als getan in einem Land, in dem kaum einer eine Waffe besitzt und viele gar nicht wissen, wie ein Gewehr überhaupt aussieht. Der Regisseur Pawo Choyning Dorji beschäftigt sich in seinem Film mit den umwälzenden Veränderungen, die Bhutan in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat und die angekündigte geheimnisvolle Zeremonie spielt dabei eine zentrale Rolle. Aber was will der Lama mit dem Gewehr ?

Bhutan 2023, Regie: Pawo Choyning Dovji, Darsteller: Tandin Wangchuk, Tandin Phubz, Kelsang Choejay, ohne Altersangabe, 107 min

16.10. | More Than Strangers

18.00/20.30

Eigentlich will Patrick (Cyril Guei) nur möglichst schnell und günstig mit dem Auto von Berlin nach Paris, wo seine hochschwangere Frau auf ihn wartet. Also mietet der Franzose ein Auto und bietet die verbleibenden Plätze als Mitfahrgelegenheit an. Vier Fremde sammelt er morgens um sieben ein, die alle dasselbe Ziel haben, aber sonst kaum unterschiedlicher sein könnten. Das sorgt für die nächsten Stunden auf engstem Raum für zahlreiche Reibereien und Konflikte. Wer wie tickt und wer was zu verheimlichen hat, enthüllt sich mit jedem Kilometer mehr. Richtig ernst wird es, als sich George (Leo Daudin), der fünfte im Wagen, als Flüchtling ohne Aufenthaltserlaubnis entpuppt. Da wird der Grenzübergang plötzlich zum riskanten Wagnis, das die Probleme der anderen als geradezu nichtig erscheinen lässt. Die aus Südfrankreich stammende und seit 20 Jahren in Berlin lebende Regisseurin Sylvie Michel inszeniert diese deutsch-griechische Co-Produktion als Gratwanderung zwischen Komödie und Drama, als rollendes Kammerspiel über Europa im kleinen. Erfrischend lebensecht ist das Spiel mit dem Sprachenmix aus Deutsch, Französisch, Englisch und Griechisch. Und der Kameramann Patrick Orth macht das beste aus dem beengten Raum, findet immer wieder neue Einstellungen und Blickachsen zwischen den Mitfahrenden. Einen sechsten Passagier gibt es auch noch, den Zuschauer. Der sitzt mittendrin im Geschehen.

Deutschland/Griechenland 2023, Regie: Sylvie Michel, Darsteller: Cyril Guei, Leo Daudin, Smaragda Karydi, Julie Kieffer, Samuel Schneider, ab 12, 100 min

17.10. | Green Border

Kooperationsveranstaltung mit dem Deutschen Auswandererhaus (DAH)

Die Filmvorführung ist eine Kooperation des Deutschen Auswandererhauses mit dem Koki und findet im Rahmen der Sonderausstellung „Über die Grenze muss man nicht weit: Polnisch-deutsche Geschichten ‒ 1871 bis heute“ statt. Die Ausstellung ist vom 12. Oktober 2024 bis zum 5. Januar 2025 im Deutschen Auswandererhaus zu sehen.

Vor dem Film lädt das Migrationsmuseum zu einer kostenlosen Führung durch die Sonderausstellung ein. Treffpunkt dafür ist um 16:30 Uhr im Foyer des Deutschen Auswandererhauses. Der Film beginnt um 18:00 Uhr (Eingang ACOMIS, Nordseite des Museums). Aufgrund der begrenzten Plätze ist sowohl für die Führung als auch für die Filmvorstellung eine Anmeldung unter info@dah-bremerhaven.de empfohlen.

Green Border

Angelockt von den Versprechungen des belarussischen Diktators Lukaschenko, haben Bashir und Amina mit ihrer syrischen Familie wie viele andere Geflüchtete 2021 den Flug nach Minsk gebucht, um von dort über die grüne Grenze nach Polen und dann zu ihren Verwandten in Schweden zu gelangen. Doch die Verheißung wird zur Falle. Zusammen mit Tausenden anderen steckt die Familie im sumpfigen Niemandsland zwischen Polen und Belarus fest, von den Grenzschützern beider Länder im streng abgeschirmten Sperrgebiet hin und her getrieben, abgeschnitten von jeder Hilfe.

Hier, am Rand der unermesslichen Białowieża-Wälder, kreuzen sich die Lebenswege unterschiedlicher Menschen – Geflüchtete, Beamte des polnischen Grenzschutzes und Aktivist:innen, die trotz des staatlichen Verbots versuchen, die in den Wäldern festsitzenden Geflüchteten mit dem Nötigsten zu versorgen. Inmitten dieser urwüchsigen Landschaft an der grünen Grenze entfaltet sich ein vielstimmiges Drama zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Zynismus und Menschlichkeit.

Die OSCAR®-nominierte Regisseurin Agnieszka Holland „hat kein Manifest, sondern einen hoch humanen, hellsichtigen und weisen Film gedreht, der es sich in seinen Beobachtungen nicht leicht macht. Weder sind die rettenden Aktivisten heilige Retter, noch sind die Grenzer rohe Bestien. Holland zeigt ihre moralischen Skrupel, die Streitigkeiten, die emotionalen Triggerpunkte dieser Menschen, ihre Verzweiflung und Hoffnung auf eine andere Welt. ‚Green Border‘ macht wütend, weil er zeigt, was ist. (…) Ganz Europa sollte ihn sehen, denn ganz Europa ist in diesem Film präsent, mit den hellen und den sehr dunklen Seiten.“ (AROUND THE WORLD IN 14 FILMS)

23.10. | Barbie

Nur 18.00

Im Rahmen der „Feministischen Woche“ vom 19.10. bis 30.10.2024 und in Kooperation mit dem Stadtjugendring Bremerhaven. Zu Beginn des Films wird die feministische Woche mit einigen Grußworten und der Vorstellung des Programms gestartet. Nach dem Film lädt das Organisationsteam alle herzlich zu einem Gedankenaustausch ein.

In dieser phantasievollen und farbenfrohen Komödie sprengt Barbie die Grenzen ihrer perfekt inszenierten, rosa Welt und begibt sich auf eine Reise in die reale Welt. Konfrontiert mit gesellschaftlichen Erwartungen und Geschlechterrollen, entdeckt sie ihre eigene Identität jenseits der Schönheitsideale und der ihr auferlegten Normen. Der Film wirft auf tiefgründige und humorvolle Weise Fragen auf, zu Selbstbestimmung, weiblicher Selbstermächtigung und den Herausforderungen patriarchaler Strukturen. „Barbie“ ist eine starke, inspirierende Geschichte über den Mut, sich selbst zu definieren und die eigene Stimme zu finden.

USA 2023, Regie: Greta Gerwig, Darsteller: Margot Robbie, Ryan Gosling, Will Ferrell, ab 6, 114 min

23.10. | Die Unbeugsamen 2

Nur 20.30

Am 27. September 1950 wurde in der Volkskammer der DDR das „Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau“ und damit formal die Gleichberechtigung beschlossen. Der Regisseur Torsten Körner versammelt in seinem Film 15 Frauen aus ganz verschiedenen Gesellschaftsbereichen, die über ihre Erfahrungen als Frauen in der DDR berichten. Da ist die Schauspielerin Katrin Sass, die Schriftstellerin Katja Lange-Müller und Tina Powileit, Schlagzeugerin in der Band von Gundermann. Außerdem kommen „Heldinnen der Arbeit“ zu Wort wie die erste weibliche LPG-Vorsitzende und mit Potsdams erster Oberbürgermeisterin Brunhilde Hanke ist auch eine Politikerin vertreten. In den Erinnerungen der unterschiedlichen Frauen wird deutlich, dass die Gleichberechtigung auch in der DDR alles andere als vollendet war. Eine berufliche Karriere im Vergleich zu den Männern bleib ihnen meist verwehrt. Männerdominanz und Sozialismus schlossen einander nicht aus. Archivaufnahmen von Männern, die am Internationalen Frauentag ausnahmsweise und völlig unbeholfen gönnerhaft den Kaffee einschenken, zeugen davon.

Deutschland 2024, Regie: Torsten Körner, Darsteller: Amrei Bauer, Kerstin Bienert, Anke Feuchtenberger, ab 12, 104 min

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